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Antikörper nach Maß im Reagenzglas: Diese von Yumab genutzte Technologie ist eine Hoffnung für alle Tierliebhaber und -schützer. MANAGEMENT

Yumab: Biotech mit Perspektive

Immunglobuline, die im breiteren Wissenschaftsdeutsch auch Antikörper genannt werden, sind ein wichtiger Teil unseres Immunsystems, weil sie unseren Körper beispielsweise vor schädlichen Bakterien, Viren, aber auch vor Tumoren schützen können. 

„Diese Technologie kann die Entwicklung neuer Medikamente erleichtern.“

Das Anwendungsgebiet von Antikörpern ist breit, sie werden sowohl bei Infektionen, aber auch in der Krebstheraphie oder in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Die niedersächsische Universitäts und Forschungslandschaft bietet ein interessantes Umfeld für die Entwicklung wissenschaftlicher Ideen und Innovationen hin zu kommerziellen Lösungen. Die neu gegründete Yumab GmbH nutzt eine Technologie, die in der Abteilung Biotechnologie des Instituts für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik unter Leitung von Professor Dr. Stefan Dübel entstanden ist. „Mit Hilfe der von Yumab entwickelten Produkte, ist es möglich geworden, tausende verschiedener natürlicher menschlicher Antikörper in sehr kurzer Zeit zu erzeugen und zu testen und so die Entwicklung neuer Medikamente entscheidend zu erleichtern“, erläutert Dr. André Frenzel von der Yumab GmbH. 

Wir entwickeln mit einer bestimmten Methode Antikörper „nach Maß“ und zwar komplett im Reagenzglas. Da in der Entwicklung von Antikörpern weltweit auch heute noch mehr als eine halbe Million Versuchstiere herangezogen werden, ist die von Yumab genutzte Technologie eine Hoffnung für alle Tierschützer. Der Einsatz von Versuchstieren soll drastisch reduziert werden.

Neben der Entwicklung von Antikörpern für Wissenschaft, Diagnostik und Therapie handelt es sich bei vielen Projekten um so genannte „proof of Concept“ Studien, für die Yumab Antikörper konstruiert. Diese werden benötigt, um die Idee eines Auftraggebers zu untersuchen, ein Therapeutikum für eine bestimmte Krankheit zu entwickeln. Vielleicht liegt hier der Schlüssel um wirksame Medikamente gegen Morbus Crohn oder Rheuma zu finden. 

Die Yumab arbeitet extrem erfolgreich. Startete man 2012 noch mit zwei Mitarbeitern, hat man inzwischen insgesamt 17 Vollzeitstellen schaffen können. Aufträge erhält Yumab aus der ganzen Welt. Wie bei vielen wachsenden Unternehmen kommt die Frage der Finanzierung auf den Tisch. Gerade im Bereich der medizinischen Forschung ist dies ja aufgrund der komplexen Verfahren und hohen Investitionskosten nicht immer ganz unproblematisch. Bislang konnte man sich ohne fremde Hilfe weiterentwickeln, wobei bei der Gründung von Yumab Gewinne, die zuvor in einer ersten Ausgründung aus der TU gemacht worden waren, in die neue Firma transferiert werden konnten. Auch gibt es eine öffentliche Beteiligung am Unternehmen. Dennoch ist man stolz darauf, dass man bislang alle Aufträge ohne Fremdkapital und aus eigener Kraft finanzieren konnte. Dass das Unternehmen auf einem guten Weg ist, zeigt auch die Tatsache, dass es jüngst den ersten Preis des Innovationsnetzwerkes des Bundeslandes zwischen Weser, Ems und Harz gewinnen konnte, so wie im November 2016 den Technologietransferpreis der regionalen Industrie- und Handelskammer.

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Journalist

Frank Tetzel

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