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Eleftherios Hatziioannou (rechts) gründete 2013 zusammen mit Halil Mandal (links) die smoope GmbH.  MANAGEMENT

„Wir brauchen Macher und Visionäre“

Ein Gespräch mit Gründer Eleftherios Hatziioannou über Erfolgsfaktoren für Startups und seine persönlichen Erfahrungen. 

Der Raum Stuttgart ist stark geprägt durch Industrien und große Unternehmen – und bietet entsprechend viele Arbeitsplätze. Das, so weiß Gründer Eleftherios Hatziioannou, ist ein Segen. Doch zugleich auch ein wenig Fluch: Innovative Ideen, so sagt der Geschäftsführer der smoope GmbH, würden in diesem Klima weniger gut gedeihen. „Warum alles riskieren? Einen sicheren Job gibt man nicht so leicht auf, um seine eigene Vision mit all den Risiken einer Unternehmensgründung zu verfolgen.“ Der Schwabe mit griechischen Wurzeln hat es vor vier Jahren dennoch getan. 

Als erster globaler Social Media-Manager hat der studierte Betriebswirt zuvor Pionierarbeit bei Daimler geleistet, wo er über neun Jahre angestellt war: „Eine so etablierte Marke in diesen Bereich einzuführen, war eine großartige Aufgabe.“ Durch seine Tätigkeit beschäftigte er sich intensiv mit modernen Kommunikationswegen, entsprechenden Technologien und Trends und machte sich schließlich als Unternehmensberater selbstständig. Gemeinsam mit Halil Mandal entwickelte Hatziioannou die Idee für einen Messenger-Dienst, über den Unternehmen für ihre Kunden jederzeit und unkompliziert erreichbar sind, und gründete die smoope GmbH. Dank der schwäbischen Prägung, wie der Unternehmer sagt, war Eigenkapital für den Start vorhanden, ein zusätzliches Darlehen ebnete den Weg. „Es war gut, diesen Schritt nicht alleine zu machen. Ein Startup braucht Knowhow aus verschiedenen Bereichen. Und wenn einer mal einen Hänger hat, kann der andere ihn antreiben, genau wie beim Tandemfahren.“ 

Etwa anderthalb Jahre nach dem Start haben die smoope-Gründer ihre Vision auf den Prüfstand gestellt und an die neuen Gegebenheiten im Markt angepasst. Die Grundidee hatte sich zwar bestätigt, doch waren viele Unternehmen nicht geneigt, das Produkt als externen Service zu nutzen. Aus der unabhängigen App wurde ein Tool, das in die Infrastruktur des Kunden eingebunden werden kann. „Jede bestehende App oder Webseite wird kurzerhand zum Messenger à la WhatsApp – nur eben sicher und datenschutzkonform.“ Die Anpassung des Geschäftsmodells war ein lebenswichtiger Schritt für das junge Unternehmen: „Das sollte Gründern klar sein: Es geht nicht einfach darum, was wir gut finden, sondern darum, was die Kunden brauchen“, so die Erfahrung des 36-Jährigen.

Fragt man Eleftherios Hatziioannou nach weiteren Erfolgsfaktoren für Startups, nennt er allem voran sein Team. Auch die Unterstützung von außen – das Netzwerk und Ökosystem – spiele eine maßgebliche Rolle: Vor zehn, elf Jahren seien IT-Startups aus der Region ins Silicon Valley abgewandert, berichtet der Gründer. Heute gebe es auch im Raum Stuttgart Anlaufstellen und qualifizierte Mitarbeiter und damit eine deutlich bessere Infrastruktur: „Die Entscheidung über den Standort würde heute nicht mehr so eindeutig für die USA ausfallen.“ Ob Gründerfonds oder Innovationsgutschein als Projektzuschuss: „Solche Anreize und Chancen zu schaffen ist wichtig – gerade in einer Region, die mit den großen Arbeitgebern sehr komfortabel aufgestellt ist. Wir brauchen mehr Macher und Visionäre.“ 

Fakten

Fakten

Eleftherios Hatziioannou gründete 2013 zusammen mit Halil Mandal die smoope GmbH. Er beschäftigt heute acht Mitarbeiter sowie eine Hand voll freier Mitarbeiter und will mit der smoope-Lösung Kommunikation einfacher und schneller machen. Er hat eine Vision, die ihn antreibt: Menschen durch sein Produkt Zeit zu schenken. 

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Journalist

Ulrike Christoforidis

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