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Damit die Anmietung eines firmeneigenen Fuhrparks aus gemieteten Elektroautos praktikabel ist, ist gleichwohl der Aufbau einer eigenen Stromtankstelle auf dem Firmengelände nötig. BUSINESS MOBILITY

Wenn die Flotte unter Strom steht

Geld sparen und Gutes tun: E-Car-Sharing für Unternehmen ist der neueste Trend. Schon bald könnte er sich auf breiter Front durchsetzen.

Wer die Sache mit den Elektroautos richtig angeht, kann durchaus Geld sparen.

Car-Sharing ist in Deutschlands Großstädten nicht nur für Privatpersonen voll angesagt. Auch Unternehmen ohne eigenen Fuhrpark greifen auf diese Möglichkeit der Fortbewegung immer häufiger zurück. Dabei muss es sich gar nicht unbedingt um das hippe Startup aus Berlin-Mitte handeln, für das die Nutzung von Diensten wie Drive Now oder Car2Go geradezu ein Lifestyle-Statement ist. Auch größere Unternehmen nutzen die Möglichkeit, ein Auto kurzfristig zu mieten, anstatt sich einen teuren Fuhrpark zu halten, der vielleicht gar nicht ausreichend genutzt wird.

Für Unternehmen, die nicht in den Zentren von Berlin, Hamburg, München oder Köln angesiedelt sind – und das sind die meisten – ist die Anmietung eines eigenen Fuhrparks oft zwingend erforderlich. Aber auch in den Unternehmensführungen wächst das Umweltbewusstsein, sodass sich zunehmend E-Autos als Alternative anbieten. Immer mehr Unternehmen stehen unter Strom: Sie mieten statt Benzinern oder den neuerdings viel gescholtenen Dieselautos lieber E-Cars. Diese sind zwar trotz der von der Bundesregierung gezahlten Kaufprämie von 4000 Euro nach wie vor teurer als die althergebrachten Wagen mit Verbrennungsmotor. Aber wer die Sache mit den Elektroautos richtig angeht, kann durchaus Geld sparen, zumindest auf mittlere und längere Sicht. Sparen und etwas für die Umwelt tun – welches Unternehmen schmückt sich nicht gern mit solchen grünen Federn?

Viele Unternehmen sind aber noch skeptisch, weil die Infrastruktur zum Aufladen der Autos noch längst nicht in ausreichendem Maße ausgebaut ist und es bei den Wagen häufig noch an Reichweite mangelt. Allerdings dürfte sich beides in naher Zukunft ändern, denn Politik und Industrie arbeiten an Lösungen. Spätestens dann sind E-Autos auch für Geschäftsreisende eine zunehmend interessante Alternative. Ein Problem ist, dass deutsche Geschäftsreisende beim Dienstwagen bevorzugt auf deutsche Marken setzen – und da gibt es noch ordentlich Luft nach oben für VW, BMW und Co.

Damit die Anmietung eines firmeneigenen Fuhrparks aus gemieteten Elektroautos praktikabel ist, ist gleichwohl der Aufbau einer eigenen Stromtankstelle auf dem Firmengelände nötig. Unternehmen wie innogy bieten den Unternehmen an, dies zu übernehmen. Dadurch nehmen sie ihnen den technischen Aufwand ab. Um Geld mit den Stromautos zu sparen, ist aber noch etwas anderes unbedingt erforderlich: das Produzieren von eigenem Strom. Das kann in Unternehmen zum Beispiel durch den Aufbau eines Solardaches geschehen. Der kostenlos selbst produzierte Strom wird in die Zapfsäule geleitet, dort wird das E-Auto betankt und steht zum Einsatz bereit. Der finanzielle Aufwand pro Kilometer: null Cent. Die Firmen sparen sich teure Anschaffungen und senken die Betriebskosten für ihre Firmenflotte radikal.

Die Bundesregierung hatte einst als Ziel ausgegeben, dass bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren. Davon sind wir noch weit entfernt – aber der systematische Ausbau von Unternehmensflotten aus Elektromobilen könnte immerhin weiterhelfen.

Fakten

Zwei Trends haben den Dienstwagen-Markt erreicht: Carsharing und E-Mobilität. Unternehmen, die beides geschickt verbinden, können Geld sparen und der Umwelt helfen. Selbst für Dienstreisen werden E-Cars zunehmend attraktiver. Vorausgesetzt ist ein Ausbau der Ladestationen.

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Journalist

Armin Fuhrer

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