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Versicherungen: ein wichtiges und beratungsintensives Thema. MANAGEMENT

Versicherungen für Startups: Unverzichtbar für den Erfolg?

Bei einer Unternehmensgründung, gerade bei Startups, steht meistens die Idee oder eine technische Innovation im Vordergrund der Gründer. Zudem ist meist das Geld knapp oder wird in das Produkt gesteckt und weniger in die Unternehmenssicherung. Viele Gründer gehen davon aus, dass alles schon irgendwie gut gehen wird.

Doch schnell können kleine Fehler durchaus große Folgen haben. Deshalb sind Versicherungen für Startups und Unternehmensgründungen nicht nur einfach „nice to have“, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmensführung, auch wenn sie entsprechendes Geld kosten. 

Existenzbedrohend kann es werden, wenn nicht nur Schäden beglichen werden müssen, sondern auch Schadenersatzansprüche drohen. Besonders für IT-Unternehmen und Gründern im Digitalbereich können hier schnell immense Schadensummen entstehen. In Zeiten von Echtzeit-Kommunikation ist schnell einmal ein Eintrag in sozialen Medien oder im unternehmenseigenen Blog getätigt, der nicht rechtskonform ist. Manchmal reicht schon ein übersehener Kommentar eines Dritten auf der eigenen Unternehmenswebsite, der gegen Persönlichkeitsrechte oder Urheberrechte verstößt. Auch gegen derartige Risiken kann man sich inzwischen absichern. 

Grundsätzlich gilt, dass die Absicherung vom Unternehmenszweck abhängt. Schon beim Eintrag in das Handelsregister sollten sich Gründer deshalb Gedanken über die Absicherung machen.

Unbestritten ist die Betriebshaftpflichtversicherung ein nicht wegzudenkender Teil eines sinnvollen Versicherungspaketes. Die Haftpflichtdeckung bezieht sich übrigens nicht nur auf den Inhaber des Betriebes, auch alle Mitarbeiter sind mitversichert.

Sie deckt die Schadenansprüche Dritter ab, wenn durch betriebliche Maßnahmen Sachschäden entstehen oder Personen zu Schaden kommen. Wer glaubt, dass die private Haftpflicht schon einspringt, wenn ein Schaden entsteht, der irrt. Genau das ist nämlich nicht der Fall, denn diese schließt gerade jeden beruflich verursachten Schaden aus.

Und so kann schon das versehentlich umgeschüttete Wasserglas, das auf die Computertastatur oder die Planungsunterlagen des Kunden fällt, einen hohen Schaden auslösen, der über eine Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt ist. Darüber hinaus prüft die Versicherung auch unberechtigte Ansprüche gegenüber dem Versicherungsnehmer und wehrt diese ab. Ohne Betriebshaftpflichtversicherung haftet der Inhaber übrigens mit dem gesamten Kapital der Firma in voller Höhe. Das kann dann ganz schnell das Aus bedeuten, noch bevor das Unternehmen richtig Fahrt aufgenommen hat. 

Ähnlich wichtig ist die Berufshaftpflichtversicherung, die immer dann zum Tragen kommt, wenn Vermögensschäden abgedeckt werden müssen, die aus einem sogenannten Berufsversehen entstehen. Das können beispielsweise unbeabsichtigte Verletzungen von Geheimhaltungspflichten oder Folgeschäden bei Auftragsverzug sein, aber auch unbeabsichtigte Urheberrechtsverletzungen, Datenverluste oder auch Programmierfehler. Eine Berufshaftpflichtversicherung gleicht also immer dann Schäden aus, wenn fehlerhafte Dienstleistungen zu Vermögensschäden bei Dritten führen. 

Basiert das Geschäft einer Neugründung auf viel elektronischem Equipment, sollten die Gründer zudem über eine Elektronikversicherung nachdenken. Ein Wasserschaden, ein Kurzschluss, ein kurzfristiger Stromausfall oder Netzschwankungen sind nicht so selten, wie man sich das gemeinhin vorstellt, und Elektronikequipment ist gegen solche Störungen höchst anfällig. Im Falle einer Beschädigung der IT-Ausstattung zahlt sich eine Elektronikversicherung schnell aus. Dabei sollte man sich erkundigen, ob in die Police möglicherweise gleich eine Datenträger- und eine Mehrkostenversicherung mit aufgenommen werden kann, die die Kosten für die Wiederherstellung von Programmen oder die Wiederschaffung- und Wiederherstellung von Daten und Programmen übernimmt und auch den entstandenen Mehrkostenaufwand wie Überstunden, eventuelle Mietkosten von Fremdgeräten etc. übernimmt. 

Auch Bedrohungen aus dem Netz werden immer realer. Viren, Trojaner, Würmer – in der virtuellen Welt tummeln sich viele Angreifer, die auch vor Start-ups nicht halt machen. Nahezu jedes Unternehmen verfügt heute über große Datenmengen, die Cyberkriminelle im Visier haben. Eine Cyber-Versicherung schützt vor den Folgen aus Hackerangriffen und unterstützt im Idealfall präventiv sowie mit einer 24/7 Krisenhotline im Verdachts- und Krisenfall. Darüber hinaus sollten Startups auch über die Übernahme von Kosten für rechtliche Streitigkeiten zumindest nachdenken.

Wichtig beim Abschluss aller Versicherungen ist es, nicht ausschließlich auf dem Preis zu achten. Vielmehr sollten Gründer prüfen, welche Leistungsbestandteile einer Versicherung oder eines Versicherungspaketes auf die eigene Unternehmung passen, was unbedingt abgedeckt werden muss und ob diese Anforderungen auch im angebotenen Tarif enthalten sind. Zudem sollte die Versicherungssumme ausreichend hoch sein.

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Journalist

Frank Tetzel

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