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Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche StartUp’s FINANZEN

Startup’s und Mittelstand: Brückenschlag mit Zukunft – Florian Nöll

StartUp’s stehen für Aufbruch, Innovation und Wachstum. Für Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft spielen sie eine zunehmend wichtige Rolle.

Zu den wichtigsten Aktivitäten des Startup-Verbands gehört die Gründung und Vernetzung regionaler StartUp-Initiativen.

StartUp’s haben sich in Deutschland zu einem Beschäftigungsmotor entwickelt. Im Durchschnitt hat jedes StartUp-Unternehmen 17 Mitarbeiter. Erfolgreich am Markt etablierte StartUp’s beschäftigen durchschnittlich sogar 181 Mitarbeiter. Mehr als 80 Prozent planen Neueinstellungen. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Startup Monitor. „Start Up’s demonstrieren somit ein beeindruckendes Potenzial für neue Arbeitsplätze.

Man braucht also nicht viel Fantasie um zu erkennen, dass unsere StartUp’s der Mittelstand von morgen sind“, sagt Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche StartUp’s und selbst überzeugter Unternehmer. Der ersten Gründung als Schüler folgten StartUp’s wie das Internet-Reverse-Auktionshaus smartorder.de und spendino, ein heute führender Anbieter von Software-Lösungen für Non-Profit-Organisationen.

Als Repräsentant und Stimme der derzeit bis zu 6000 StartUp’s engagiert sich der Startup-Verband für ein gründerfreundliches Deutschland. Im Dialog mit Entscheidungsträgern aus der Politik erarbeitet er immer wieder neue Vorschläge, die eine Kultur der Selbstständigkeit fördern und Hürden für Gründer senken sollen. „Wir haben in Deutschland zum Beispiel ein sehr strenges Insolvenzrecht und die Einstiegsbarrieren sind hoch.

Das schreckt viele kluge Köpfe auch aus dem Ausland davon ab, hier ein Unternehmen aufzubauen“, bedauert Nöll. Darüber hinaus wirbt der Verband für ein innovatives Unternehmertum und trägt die Startup-Mentalität in die Gesellschaft. „Von einer Kultur der Selbstständigkeit ist Deutschland noch weit entfernt. Es gibt immer noch zu viele Menschen, die sich in die Komfortzone des Angestellt-Seins zurückziehen, statt selbst etwas zu bewegen“, so der Wahl-Berliner. Hinzu komme, dass die Angst vor Misserfolg bei uns zu groß sei: „Kein Wunder, denn Gründer, die scheitern, werden von der Gesellschaft geradezu gesteinigt. Das ist in den USA anders. Dort gilt ein Scheitern eher als Chance für einen Neuanfang.“

Zu den wichtigsten Aktivitäten des Startup-Verbands gehört die Gründung und Vernetzung regionaler Startup-Initiativen. Ebenso genießt die Zusammenarbeit mit Branchenverbänden, Institutionen und etablierten Unternehmen Priorität. Auf der letzten CeBIT hat der Verband seine neue Initiative „Mittelstand von heute plus StartUp’s = Mittelstand von morgen“ vorgestellt, die vor allem dem Brückenbau zwischen diesen beiden Welten dienen soll. Den Startschuss bildet ein Mentoring-Programm für StartUp’s und Mittelständler. „Bringt man die eher jungen und zumeist unerfahrenen Gründer mit erfahrenen Unternehmern und Managern zusammen, haben beide Seiten etwas davon. Die einen profitieren vom Zugang zu Innovatoren, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind, die anderen von unbezahlbarer Erfahrung”, erläutert Nöll, der sein Wissen als Unternehmer ebenfalls an junge Gründer weitergibt. Zur weiteren Vernetzung von Mittelstand und StartUp’s sind mehrere Veranstaltungen, Aktionen und Messeteilnahmen geplant.

Darüber hinaus soll ein Preis für die erfolgreichsten Wachstumsgeschichten ausgelobt werden. Und schließlich wird es im nächsten Jahr ein großes Event im Europa Park Rust geben, bei dem StartUp’s und Mittelständler zusammenfinden sollen. Ein großes Thema wird dort mit Sicherheit die zunehmende Digitalisierung sein, die für die etablierte Wirtschaft teilweise noch immer vor eine immense Herausforderung bedeutet, Unternehmensgründern hingegen glänzende Perspektiven beschert.

Nicht umsonst stehen der Softwarebereich, Web-Applications und E-Commerce ganz oben auf der Liste der Geschäftsfelder deutscher StartUp’s. „Gerade deshalb wäre es schön, wenn sich mehr etablierte Unternehmen dazu entschließen, auf die Produkte und Dienstleistungen der Gründer zu vertrauen, um so die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung voranzutreiben“, sagt Nöll. Käme eine Fee vorbei, dann wüsste er ziemlich genau, was er sich außerdem noch für die Zukunft wünschen würde: mehr Mut zum Risiko und mehr weibliche Gründerinnen unter den Deutschen, weniger Stolpersteine für Entrepreneure und folglich eine Steigerung der hiesigen Gründerquote sowie Börsengänge von Technologieunternehmen. Und schließlich ein Einwanderungsgesetz, das wie eine gute Stellenausschreibung aufgestellt ist, damit potenzielle Unternehmensgründer aus dem Ausland nicht weiter abgeschreckt werden.

Fakten

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Die Stationen von Florian Nöll (Jahrgang 1983, geboren im Ruhrgebiet)
• seit 2013: Vorsitzender Deutsche Startups e. V.
• seit 2004: Gründer, Geschäftsführender Gesellschafter workalog Management
• 2012–2014: Gründer abel analytics
• 2008–2012: Mitgründer, Geschäftsführer spendino
• 2006–2008: Mitgründer bondea Ltd.
• 2004–2007: Gründer smartorder.de
• 2000: Gründer Web-Agentur

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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