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Sprachsteuerung und Vernetzung waren die IFA-Trends

Hans Joachim Kamp (gfu) zieht ein IFA-Fazit.

Ohne Digitalisierung und technische Innovationen werden wir dieser wohl größten Herausforderung für die Menschheit, dem Klimawandel, nicht begegnen können.


Hans-Joachim Kamp, gfu Aufsichtsratvorsitzender, zu den Trends der IFA.

Herr Kamp, welche Trends sind im Rückblick auf die diesjährige IFA im Rahmen der Digitalisierung, die inzwischen in viele Lebensbereiche eingreift, die spannendsten?

Die Digitalisierung macht vor kaum einem Lebensbereich mehr halt. Dies betrifft beide Segmente der IFA, Consumer Electronics und Home Appliances. Sie wachsen nicht zuletzt durch die Digitalisierung mehr und mehr zusammen. Besonders spannend: Digitale Vernetzung bedeutet heute viel mehr als nur den Austausch von Daten. Künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass Systeme „mitdenken“ und Gerätefunktionen automatisch an die Bedürfnisse ihrer Nutzer anpassen.

Welche Trends werden denn unsere Zukunft bestimmen?

Einerseits setzen die klassischen Produktbereiche Trends. Dazu gehören zum Beispiel bei Consumer Electronics ultraflache TV-Bildschirme, die nahtlos mit der Wand verschmelzen, HiFi-Komponenten für Musik in extrem feiner Auflösung und Kameras für 360-Grad-Videos. Die Trends bei den Hausgeräten reichen von smarten und vielseitigen Funktionalitäten über Ressourcenschonung, Energie-Effizienz, Nachhaltigkeit sowie komfortable, einfache und individualisierbare Nutzung. Weitere große Themen sind Sprachsteuerung, Robotik und natürlich die umfassende Vernetzung in allen Produktbereichen. Vom Smartphone oder vom Auto kennt man die Sprachsteuerung bereits. Nun gibt es eine Vielzahl sprachgesteuerter Apps, die Consumer-Electronics-Produkte und auch immer mehr Hausgeräte steuern. Dazu gehören beispielsweise die Heizung, die auf Zuruf reagiert und die gewünschte Temperatur einstellt, Kaffeemaschinen, die auf Sprachbefehl ein Wunschgetränk zubereiten oder Jalousien, die auf Sprachbefehl in die gewünschte Position fahren. Fast überall sind die digitalen Helfer einsetzbar, um die Wohn- und Lebensqualität zu erhöhen. Sie sind sogar selbstlernend und erkennen Gewohnheiten der Benutzer.

Welchen Sinn hat das Ganze? Sind das nicht einfach Gimmicks, die Spielkram für Erwachsene sind?

Auf den ersten Blick scheint das vielleicht so zu sein. Aber schauen Sie sich die großen Herausforderungen für die Zukunft an. Eine große Bedrohung ist der Klimawandel. Ohne Digitalisierung und technische Innovationen werden wir dieser wohl größten Herausforderung für die Menschheit nicht begegnen können. Smart Homes steigern einerseits den Komfort und erleichtern das Leben, sie dienen aber auch der Ressourceneffizienz und der Einsparung von Energie und CO2.

Wenn wir über Vernetzung sprechen, dann ist Datenschutz ein wichtiges Thema …

An vernetzte Produkte der Consumer Electronics stellen wir dieselben Sicherheitsanforderungen wie an alle anderen Geräte, die mit dem Internet verbunden sind. Es ist bekannt, was Cyberkriminelle anrichten können, wenn sie in ein System eindringen. Der Industrie ist dieses Thema selbstverständlich bekannt und die Hersteller sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Stets wachsender Komfort und wirksamer Schutz der Privatsphäre sind also kein Gegensatz.

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Journalist

Frank Tetzel

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