Weekly News

Sebastian Wolters, Geschäftsführer APPVISORY MANAGEMENT

Sicherheit für sämtliche Apps

Mit seinem Startup APPVISORY untersucht Sebastian Wolters betrieblich genutzte Smartphones und Tablets auf Sicherheitslücken.

So umfassend sich viele mittelständische Betriebe inzwischen um die Sicherheit ihrer Rechner kümmern, so sorglos gehen sie meist mit den mobilen Arbeitswerkzeugen wie Smartphone und Tablet um. Compliance-Richtlinien zur Nutzung von Smartphone & Co existieren zwar in den meisten Unternehmen, doch was die Nutzung von Apps für ein Sicherheitsrisiko darstellt, ist nur wenigen bewusst. „Rund die Hälfte aller mobilen Applikationen bergen Schwachstellen und können zu empfindlichem Datenverlust führen“, erklärt Sebastian Wolters. 

APPVISORY stellt hierfür eine Technologie zur Verfügung, die analysiert, was bei der Nutzung von Apps im Hintergrund passiert. Denn während es einigen Unternehmen eher unwichtig ist, dass man beispielsweise den Standort ihrer Mitarbeiter kennt, kann genau dies bei anderen Organisationen ein Worst Case Scenario darstellen. Die Analyseergebnisse gelangen über die Appvisory-App auf die Geräte der Anwender.

Der Grundstein zu der Idee liegt in der beruflichen Vorgeschichte des umtriebigen Gründers: 2008 entwickelte der Computerfachmann und PR-Bachelor mit seiner eigenen Digitalberatungsagentur ein Social Media Monitoring Tool und beriet unter anderem eine große Agentur für Versicherungsrating, die als eine Art TÜV für hierzulande verkaufte Versicherungspolicen fungiert.

„Als im Jahr 2009 das iPhone und mit ihm die ersten Apps auf den Markt kamen, war für uns klar, dass auch hier irgendwann eine Instanz nötig sein würde, die diese Apps unabhängig beurteilt.“ Das neu erfundene „Trusted App-Siegel“ landete schnell erste Erfolge bei Großkunden wie der Deutschen Bahn. 

Inzwischen zählt knapp die Hälfte der DAX 30 Unternehmen zu den Kunden von APPVISORY. „Viele Unternehmen haben bereits mehrere Zehntausend mobile Geräte. Das bedeutet für uns Wachstumschancen ohne Ende. Ein weiterer sehr spannender Markt ist der Mittelstand, für den wir über ein Partnernetz im Vertrieb ansprechen.“ Denn gute Ideen und technisches Knowhow sind das eine, Usability, Vertrieb, Kommunikation, Finanzierung, Buchhaltung und viele weitere Punkte die zweite, sehr arbeitsintensive Seite eines Startups. 

Sebastian Wolters ist zwar über alle Bereiche übergeordnet verantwortlich, überlässt die Ausführung aber inzwischen den knapp 30 Mitarbeitern – von denen durchweg unternehmerisches Mitdenken und Handeln erwartet wird. Denn in der digitalen Welt ändern sich Dinge rasend schnell, was sehr dynamische Strukturen und agile Ressourcen erfordert.Wenn Apple über Nacht seinen Store oder tausende seiner Apps updated, muss schnell gehandelt werden, um potentielle Sicherheitslücken für den Benutzer aufzudecken. APPVISORY prüft mit automatisierter Technologie anhand statischer Analysen und nimmt zudem manuelle Prüfungen im eigenen Testlabor vor. 

Wie groß das Thema werden wird, wenn sich zudem das Internet der Dinge auf breiter Ebene durchsetzt, wissen inzwischen nicht nur IT-Experten, auch Unternehmer und Investoren haben die große Relevanz erkannt. „Trotzdem weht hier ein anderer Wind als in den USA“, erzählt Sebastian Wolters. „Dort gilt für Investoren eine Erfolgsquote von 50 Prozent als bedenklich – weil zu gut. Sie sagen, sie hätten nicht in genügend spannende, riskante Innovationen investiert. In Deutschland herrscht da leider nach wie vor viel zu wenig Investitions- und Risikobereitschaft.“

Teile diesen Artikel

Journalist

Katja Deutsch

Weitere Artikel