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86 Prozent der befragten Geschäftsreisenden finden, dass sie unterwegs besser und schneller informiert sind. SECURITY

Segen und Fluch der smarten Berufswelt

Immer auf dem neuesten Stand des aktuellen Projekts sein – aber auch ständig erreichbar: Die Digitalisierung bietet für Geschäftsreisende Vor- und Nachteile.

Dass Smartphones und Tablets aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken sind, ist eine Binsenwahrheit. Das gilt auch für die Berufswelt und für Geschäfts- oder Dienstreisen. Wenn der Chef eine Frage hat, schickt er eben schnell eine Message, SMS oder Email. Wenn ein Flug ausfällt oder man einen anderen Zug buchen muss – kein Problem in der neuen smarten Welt.

So finden laut einer Erhebung des Deutschen ReiseVerbandes (DRV) 86 Prozent der befragten Geschäftsreisenden, dass sie unterwegs besser und schneller informiert sind. Denn ein Dokument, das der Kollege „draußen“ dringend für eine Verhandlung benötigt, als Mail-Anhang zu verschicken, ist eben kein Problem mehr. Und da heutzutage viele Angestellte nicht nur an einem Projekt mitarbeiten, sondern an mehreren gleichzeitig, sind sie während ihrer Büro-Abwesenheit auch bei diesen nicht außen vor, wenn es um Informationen oder Absprachen geht.

Geschäftsreisende profitieren natürlich auch von anderen Vorteilen der digitalen Welt, genauso als seien sie beispielsweise als Touristen in einer fremden Stadt. Für den richtigen Weg zum Treffpunkt gibt es die App auf dem Smartphone und wenn nötig, hat man alle seine Reiseinformationen kompakt und unkompliziert zur Hand.

Also alles schön und gut in der neuen smarten Welt? Nicht ganz. Denn zugleich fühlen viele Geschäftsreisende sich immer stärker unter einen permanenten Druck und Dauerstress gesetzt. Die ständige Erreichbarkeit stört immerhin 44 Prozent der vom DRV Befragten, und fast genauso viele fühlen sich auf Reisen überwacht. Und das muss keinesfalls Ausdruck von Faulheit sein – man kann ja auch einen hyperaktiven Chef haben. Für Geschäftsreisende ist es daher mindestens genauso wichtig, einfach nach Feierabend das Gerät mal abzuschalten, wie für alle Angestellten.

Noch ein anderes Problem stellt sich auf Reisen: Immerhin 55 Prozent der Befragten sorgen sich darum, dass die Geschäftsdaten sicher sind und nicht gehackt werden können. Das zeigt einerseits, dass das Problembewusstsein bei vielen Angestellten vorhanden ist. Andererseits deutet die Zahl darauf hin, dass hier tatsächlich ein Problem vorliegt. Einfallstor für Hacker sind sehr häufig Apps, die man sich für private Zwecke auf das Smartphone oder Tablet geladen hat. Darüber erlangen Unbefugte dann Zugriff auf die geheimen Firmendaten.

Experten haben besonders einen Rat, um das Problem einzugrenzen. Angestellte – und besonders Geschäftsreisende, die häufig ungeschützte öffentliche W-Lan-Netze nutzen – sollten unbedingt vom Arbeitgeber ein Gerät bekommen, dass sie nur für ihre beruflichen Zwecke nutzen dürfen. Darauf können auch Zulassungsbeschränkungen für das Laden von Apps, die ein Risiko darstellen können, installiert sein. Solche Regeln werden in Zukunft in einer Berufswelt, in der die Präsenzpflicht im Büro immer weniger gefordert wird und der komplette Arbeitsplatz quasi mitreist, ohnehin noch wichtiger.

Fakten

Fakten

Smartphones und Tablets machen das Arbeiten komfortabler und schneller. Das gilt auch für Angestellte von Unternehmen, die auf Geschäftsreisen unterwegs sind. Sie sorgen aber für eine ständige Erreichbarkeit und können ein Sicherheitsrisiko bergen, wenn bestimmte Regeln nicht beachtet werden.

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Journalist

Armin Fuhrer

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