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Mobiler Datenverkehr

Autos sind heutzutage fahrende Computer, die Daten erzeugen und zur Verfügung stellen.  

Durch deren intelligente Aufbereitung und Verfügbarkeit für Hersteller, Dienstleister und Verkehrszentralen ist Autofahren schon heute sicherer, komfortabler und unterhaltsamer. Fahrassistenzsysteme, Echtzeit-Navigationssysteme sowie Multimedia-Anwendungen sind beliebte Mobilitätsservices, die nicht nur Vielfahrer mittlerweile nicht mehr missen möchten. Die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander (Car2Car) und mit ihrer Umgebung (Car2X) läuft sich allerdings gerade erst richtig warm.

Connected Mobility ist ein Zukunftsmarkt mit enormen Potential: Um satte 45 % soll der Markt für vernetzte Fahrzeuge Prognosen zufolge bis 2020 wachsen. Laut Unternehmensberatung McKinsey werden bis 2030 1,5 Billionen Dollar des weltweiten Umsatzes der Automobilbranche aus vernetzten Diensten generiert – eine stattliche Summe, um deren Aufteilung nicht nur die Autokonzerne, sondern auch IT-Unternehmen buhlen.

Natürlich ist das Potenzial, das in der Vernetzung von Fahrzeugen mit der Umwelt, Infrastruktur und dem Internet liegt, auch für die Kunden enorm. Je mehr Fahrzeuge künftig untereinander kommunizieren können, desto positiver sind die Auswirkungen auf den Verkehr: „Schwarmintelligenz könnte einen Beitrag zur Optimierung von Verkehrsflüssen leisten“, prognostiziert dann auch Stauforscher Michael Schreckenberg. Schon bei einem Ausstattungsgrad von 30 % könne das Maximum an Effektivität erreicht werden. Doch auch die wechselseitige Kommunikation mit Ampeln, Verkehrszeichen und Verkehrszentralen wird das Autofahren zukünftig erleichtern, insbesondere die Parkplatzsuche in Ballungsräumen.

Laut McKinsey-Studie stehen die hohen Kosten vernetzter Fahrzeuge für viele potenzielle Kunden allerdings bisher in keinem Verhältnis zu dem erwarteten Nutzen. Eine aktuelle Studie der Strategieberatung LSP Digital weist dafür aus, dass die Nachfrage nach Connected Car Services im Dienstwagen höher sei als bei Privatwagen. Um neue und innovative Geschäftsmodelle marktfähig zu machen, empfiehlt sich also der Einstieg über Fuhrparks. „Fuhrparkmanager profitieren von vernetzten Lösungen, da sie dadurch den administrativen Aufwand reduzieren, die Flotte gleichwohl zielgenauer und effizienter steuern können“, lautet das Fazit des Fachmagazins für Fuhrparkbetreiber, bfp fuhrpark & management, in deren Sommerausgabe.

Bei aller Euphorie über die Möglichkeiten von Connected Mobility dürfen allerdings auch deren Risiken nicht vernachlässigt werden. Datensicherheitsbedenken sind allgegenwärtig, haben Hackerangriffe auf Connected Cars doch etliche Sicherheitslücken offenbart. Auch die Themen Datenhoheit, Persönlichkeitsrechte sowie Haftungsfragen werfen derzeit noch viele Fragezeichen auf.

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Journalist

Kirsten Schwieger

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