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Die Zahl der Frauen in den verschiedenen Ingenieurberufen steigt. PERSONAL

Mehr Frauen in Ingenieurberufen

Der Erfolg gibt ihnen recht, denn die Zahl der Frauen in den verschiedenen Ingenieurberufen steigt, wenn auch nicht rasant. Die Frau verlässt das klassische Rollenmuster und etabliert sich zunehmend in der Männerwelt.

Die Politik und diverse Verbände fordern seit Jahren einen Zuwachs an Frauen in Ingenieurberufen. Vor allem in den Bereichen mit dem Schwerpunkt Technik, Informatik, den Naturwissenschaften und nicht zuletzt in der Mathematik sind die Chancen, sich als Frau zu etablieren, nicht schlecht. Inzwischen sind die Zahlen der Studieninteressierten auf dem Gebiet der Elektrotechnik leicht gestiegen, in dem es in den Jahren zuvor immer an weiblicher Kompetenz gemangelt hatte. Mittlerweile ist hier die Marke von zehn Prozent der Studienanfängerinnen überschritten worden, und eine leichte Tendenz nach oben ist bundesweit erkennbar.

Doch ist es nicht so leicht für Frauen, sich in der maskulinen Welt zu behaupten. Viele technische Bereiche, wie z. B. in der Automobilbranche, sind seit Jahrzehnten männerdominiert, und die Nachfrage bzw. das Interesse der jungen Frauen war bis vor ein paar Jahren eher zögerlich. Inzwischen zeigen vor allem die Unternehmen selbst ein deutlich gestiegenes Interesse an weiblichem Nachwuchs. Die Entscheidung für junge Mädchen, ein bestimmtes Berufsumfeld zu favorisieren, wird oftmals von „Coolness“ oder weiblicher Attraktivität bestimmt. In Niedersachsen geht man inzwischen so weit, dass man Fördermaßnahmen für interessierte und begabte Mädchen getroffen hat, die sich für technische Berufe und Studiengänge begeistern. Hier werden die naturwissenschaftlichen Grundlagen verfeinert und gefördert, sodass der Einstieg in ein Ingenieurstudium keine zu große Hürde darstellt.

Diese Förderung gilt aber auch den Fragen, was ein Ingenieur tagtäglich leistet, wo seine Schwerpunkte in den verschiedenen Bereichen liegen und wie vor allem auch die berufliche Karriereleiter aussehen kann. Aber genauso wie das berufliche Umfeld einem stetigen Wandel unterliegt, so verändern sich auch diverse Studiengänge an den Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Diesen Veränderungen müssen dann auch die Studienberatungen gerecht werden, um nicht zuletzt junge Frauen für die entsprechenden Ingenierstudiengänge zu beraten. 2008 gab es in den elektrotechnischen Studiengängen lediglich 1787 weibliche Immatrikulationen, wohingegen die aktuellen Zahlen weit über 4000 Studienanfängerinnen zählen. Insgesamt ist ein Anstieg von 47 Prozent zu verzeichnen, wenngleich der Trend nur langsam an Fahrt gewinnt.

Viele Unternehmen, vor allem die internationalen Konzerne, werben mit ihren Trainee-Programmen inzwischen gezielt um Absolventinnen. Sie haben unlängst erkannt, dass Frauen nicht nur eine Bereicherung innerhalb der Männerdomäne darstellen, sondern oftmals auch sensibler sind, wenn es um Vermittlungen und Verhandlungen geht. Ihre Kreativität wird inzwischen anerkannt und auch geschätzt.

Der Sprung als Frau in die Ingenieurwissenschaften ist mitunter nicht leicht, geschätzt wird ihr Wissen und Know-how dennoch. Hier geht es nicht um Quoten, denn die Frau von heute entscheidet selbst. Wissenschaft und Technik sind daher längst nicht mehr maskulin dominiert, sondern so bunt wie das elektromagnetische Spektrum.

Fakten

Fakten

• 2013 entschieden sich 39 333 Studienanfängerinnen für ein ingenieurwissenschaftliches Studium.

• der Anteil der Studienanfängerinnen erhöhte sich zwischen 2012 und 2013 von 23 Prozent auf 23,7 Prozent. 

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Journalist

Enno Heidtmann

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