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Jeder Unternehmer muss die Entscheidung für sich treffen. Leasing oder Kauf – beides verursacht Kosten. BUSINESS MOBILITY

Leasen oder Kaufen? Was lohnt sich für mich

Immer mehr Fahrzeuge werden in Deutschland gewerblich zugelassen. Auch kleine Unternehmer und Selbstständige nutzen die Möglichkeiten ein neues Auto zu relativ geringen Kosten zu fahren.

Der Markt für Geschäftsfahrzeuge oder Firmenwagen brummt in Deutschland. 65 Prozent aller 3.35 Millionen PKW Neuzulassungen im Jahr 2016 (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt, KBA) waren gewerblicher Art. Also mehr als zwei Millionen Fahrzeuge, die entweder gekauft oder geleast wurden.

Der Kauf bietet sich vor allem bei Unternehmen an, die über große liquide Mittel verfügen. Durch den Kauf könnten Kosten gespart werden, die bei einer Finanzierung anfallen. Der Nachteil für kleine Betriebe und Einzelunternehmen – hohe Rabatte wie bei den großen Leasinggesellschaften sind hier nicht drin. Doch immer wieder gibt es Sonderaktionen. VW oder Renault locken Handwerker gerne mit hohen Preisnachlässen für ihre Transporter, auch Mercedes umgarnt die Kundschaft gerne mit vielen Prozenten beim Preis. Da lohnt es sich zweimal zu rechnen. Im Unterschied zum Leasing, geht ein Fahrzeug bei der Finanzierung für Gewerbetreibende in den Besitz des Käufers um. Im Grunde genommen handelt es sich um einen klassischen Autokauf, bei dem die Summe jedoch im Vorfeld durch eine Finanzierung vorgestreckt wird. In steuerlicher Hinsicht zeigen sich indes kaum Unterschiede gegenüber dem Barkauf.

Grundsätzlich gilt, dass der volle Kaufpreis über die amtlich festgelegte Nutzungsdauer von sechs Jahren Steuer abgeschrieben werden kann. Hinzu kommt, dass die Vorsteuer direkt und in vollem Umfang abgezogen wird. Zudem gelten die Zinsen bei der Finanzierung für Gewerbetreibende ebenfalls als Betriebsausgaben und mindern entsprechend das zu versteuernde Einkommen.

 „Eigentlich stellt sich die Frage Kauf oder Leasing für gewerbliche Kunden gar nicht“, sagt Udo Dewein, Finanzierungsexperte von der Frankfurter Leasecontrol AG. Zu klar überwiegen die Vorteile der Leasingofferten: Planbare und monatlich fixe Kosten. Regelmäßiger Zugriff auf neue Autos. Kein Stress mit dem Verkauf alter Fahrzeuge. Die Leasingraten lassen sich als laufende Betriebskosten steuerlich absetzen, die Autos tauchen nicht in den Büchern auf. Hinzu kommt – die Quote des Eigenkapitals des Einzelunternehmers schmilzt bei einem Kauf. Das sehen die Banken nicht gern, besonders wenn weitere Kredite unter Umständen nötig werden. Und das Hauptargument für das gewerbliche Leasing: man bekommt nach zwei oder drei Jahren immer das neueste Modell, hat eine große Auswahl an Leasinggesellschaften und man muss sich unter Umständen nicht um Reparaturen und Ersatzteile kümmern.

Am Ende muss aber jeder Unternehmer die Entscheidung für sich treffen. Leasing oder Kauf – beides verursacht Kosten.

Fakten

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Wer ein Auto nur nutzen und nicht besitzen will und dabei Wert auf Komfort und niedrige laufende Kosten legt, kann aber vom Leasing profitieren. Die Differenz der Monatsraten ist im Gegensatz zu einer Finanzierung erheblich.

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Journalist

Jörg Wernien

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