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An etlichen Universitäten und Hochschulen werden Module wie „Cyber War“ unterrichtet, wo Studierenden die Arbeitsweise von Geheimdiensten veranschaulicht wird. PERSONAL

IT-Fachkräfte tragen besondere Verantwortung

Sie werden überall gesucht und notfalls aus dem Ausland eingesetzt: Software-Entwickler und Programmierer gehören zu den begehrtesten Experten. Leicht zu finden sind sie nicht.

Viele Unternehmen auch jenseits der klassischen IT-Branche implementieren digitale Lösungen in ihre Geschäftsabläufe, Produktionen, Warenwirtschafts- und Kommunikationssysteme sowie ihre Finanzhandlungen. Doch jemanden zu finden, der diese riesigen Datenmengen programmiert und steuert und sie in die richtigen Bahnen lenkt, wird zunehmend zum Problem. Die Nachfrage nach Programmierern ist ungebrochen und steigt durch die Ausbreitung des Internet der Dinge weiter an. 

Dabei haben vor allem Unternehmen jenseits der Ballungszentren große Probleme, Software-Entwickler, IT-Projektmanager und Systemadministratoren zu finden. Doch müssen diese Spezialisten überhaupt zwangsweise im Unternehmen vor Ort agieren? Bei Programmierern beispielsweise ist das schon lange nicht mehr der Fall. 

Denn Programmieren ist eine klassische Outsourcing-Industrie, bei der sich die Gehälter mittlerweile länderübergreifend auf relativ hohem Niveau angeglichen haben. Konnte man vor einigen Jahren noch für Monatsgehälter von unter 2.000 Euro auf Fachkräfte beispielsweise aus dem Baltikum zurückgreifen, so verlangen diese heute den gleichen Stundensatz wie einheimische Profis. Mittlerweile wird jeder genommen, der nur irgendwie programmieren kann. Dabei lässt sich ein großer Unterschied zwischen einem exzellent ausgebildeten Programmierer und einem, der mit Mühe sein Studium geschafft hat, bemerken. Erstgenannter leistet das Zehnfache – bekommt aber nur ungefähr das doppelte Gehalt. Warum dann nicht in aufstrebenden Ländern mit Millionen IT-Absolventen suchen? 

Auch das scheint nicht so einfach zu sein, denn hier muss in Ländern mit einem oft ganz anderen Rechtsspielraum eine gut eingespielte Organisation aufgebaut werden. Deshalb raten Experten dazu, gerade beim Outsourcing unbedingt auf die Qualität der Verträge zu achten.

Gesucht werden gründlich arbeitende, gewissenhafte Menschen mit hervorragenden handwerklichen Fähigkeiten und hohem Verantwortungsbewusstsein, die besonders sichere Software-Entwicklung im Fokus haben. Denn viele Geräte des IoT werden preisgünstig im asiatischen Raum produziert und sind erschreckend ungesichert, dabei jedoch voll internetfähig – können also relativ einfach gehackt werden und dank Botnetzen riesigen Schaden anrichten. Vorbeugen könnte man relativ einfach durch das Programmieren eines sicheren Codes. Die Gefahr lauert nämlich bereits beim Login: Ist diese Zeile schlecht geschrieben, kann ein möglicher Angreifer in der Datenbank landen und hat hier leichtes Spiel.

Der Kampf um die Most Wanted wird zusätzlich durch die Bundeswehr angetrieben, die gerade mit allen Mitteln versucht, ihre Cyberkräfte von derzeit einigen Hundert Mitarbeitern auf knapp 14 000 zu erhöhen. An etlichen Universitäten und Hochschulen werden deshalb auch Module wie „Cyber War“ unterrichtet, wo Studierenden die Arbeitsweise von Geheimdiensten veranschaulicht wird. In der IT-Ausbildung wird es immer wichtiger, Menschen auszubilden, die neben hervorragenden handwerklichen Fähigkeiten auch Verantwortung und ein Bewusstsein für Sicherheit entwickeln. 

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Journalist

Katja Deutsch

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