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Elon Musk Unternehmer, Investor und Erfinder DIGITALISIERUNG

Wir müssen künstliche Intelligenz unbedingt beherrschen, sonst wird sie uns beherrschen

Elon Musk ist einer der innovativsten Erfinder der Welt. Deshalb erkennt er auch, wohin sich KI – ganz ohne unser Zutun – entwickeln könnte. 

Unser Ziel ist, digitale Intelligenz so voranzubringen, dass sie wahrscheinlich der Menschheit als Ganzes dient

Mit Tesla hat Technologie-Ass Elon Musk geschafft, was andere Autobauer seit langem erfolglos versuchen: E-Mobility sexy zu machen. Für die massentaugliche und trotzdem schnittige, nur etwa 35 000 Dollar teure Variante des brandneuen Model 3 trafen bei Tesla bereits 400 000 Vorbestellungen ein und nun kommt das Unternehmen kaum mit der Auslieferung hinterher. So super ist Tesla? Dann macht man es gleich noch besser und entwickelt für seine Kunden einen eigenen Musik-Streamingdienst, der via Internet in die Fahrzeuge integriert werden könnte.

„Technologie verbessert sich nur dann, wenn ‚smarte Menschen‘ wie die Irren arbeiten“, erklärt der Tesla-Geschäftsführer, der als Umsatzziel das Erreichen der magischen 500 000-Stück-Grenze im kommenden Jahr nennt. „Teslas Mission ist es, die weltweite Umstellung auf nachhaltige Energie zu beschleunigen.“ Um den Stromverbrauch zusätzlich zu reduzieren, wurden in die Fahrzeuge Smart Microgrids eingebaut, eine intelligente Steuerung zum Verbrauch elektrischer Energie – ganz automatisch, ohne dass der Fahrer etwas davon mitbekommt. 

Elektrische Fahrzeuge liegen den Tech-Milliardär auch deshalb so am Herzen, weil er überzeugt davon ist, sie in absehbarer Zeit auf dem Mars fahren zu lassen. „Über kurz oder lang könnte die Erde für Menschen unbewohnbar werden“, erklärt er seine Mission. „Deshalb habe ich SpaceX gegründet. Raketen, mit denen ein Teil der Menschheit zum Mars fliegen kann.“ Und woher soll der Strom auf dem Roten Planeten stammen? Auch daran hat der Visionär gedacht. Letztes Jahr übernahm er für 2,6 Milliarden Dollar die Ökostromfirma Solar City, die Speicher für Solarenergie produziert. Doch damit nicht genug: auch das eigene Batteriesystem wird ausgebaut. Eine Powerwall für zu Hause mit integrierter Heizungstechnik, die – natürlich – mit dem Internet verbunden ist und smart gesteuert wird. Als letzte Errungenschaft bietet Tesla Solar Roof ab dem Sommer Solardachziegel an.

Jedes neue smarte Angebot scheint das Leben auf den ersten Blick einfacher zu machen: Ein Streamingdienst, der recht bald erkennt, was zur Lieblingsmusik zählt und diese selbst aussucht. Das Auto, das niemals einschläft oder abgelenkt ist und bremst, wann immer es eine potenziell gefährliche Situation erkennt. Smarte Heizung, die weiß, welche Temperatur als angenehm empfunden wird und diese Einstellung „versteht“.

All das geht auf eigene Einstellungen zurück, doch inzwischen zeigen sich erste Anzeichen der Digitalisierung ohne persönliche Steuerung: Google schickt Vorschläge für Cafés und Geschäfte in unmittelbarer Nähe aufs Smartphone, sobald man sich an einen neuen Ort begibt. Facebook lauscht anscheinend bei Telefonaten und schickt Angebote, die sich auf im Telefonat verwendete Begriffe beziehen. Ganz schön clever, wie „selbstständig“ die Maschinen der beiden Großkonzerne mittlerweile agieren. Und doch ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch Waffen selbstständig Entscheidungen treffen werden. „Zusammen mit Stephen Hawking und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak habe ich dazu bereits vor zwei Jahren auf der ‚International Joint Conference on Artificial Intelligence‘ in Buenos Aires vor aus dem Ruder laufender Künstlicher Intelligenz gewarnt, die im Zuge der Digitalisierung immer weiter voranschreitet.“

Denn was nimmt beispielsweise der Computer eines selbstständig fahrenden Autos als Grundlage für seine Entscheidungen? Erkennt er den Unterschied zwischen einem kleinen Kind und einem Reh? Wer programmiert, was lebenserhaltend ist? Mehrere Forscher arbeiten weltweit an der Entwicklung kognitiver Maschinen, und diese Maschinen schreiben sich ihre eigene Software ununterbrochen weiter. Wenn also nun Maschinen selbst entscheiden, was sie für lebenswert halten, könnte dies das Ende der Menschheit bedeuten. Aber halt – wozu ist man schließlich einer der klügsten Erfinder der Welt?

Die Non-Profit-Organisation OpenAI, die Elon Musk 2015 gegründet hat, beschäftigt sich auf Open-Source-Basis mit der Erforschung künstlicher Intelligenz. „Unser Ziel ist, digitale Intelligenz so voranzubringen, dass sie wahrscheinlich der Menschheit als Ganzes dient, unbeschränkt von einem Erfordernis, eine finanzielle Rendite zu erzielen“, schreibt er in einem Blogbeitrag zu Open AI. Schließlich verdienen sehr viele Menschen sehr viel Geld mit Entwicklungen im digitalen Sektor und niemand möchte mehr ohne smarte Unterstützung leben – weder in der Produktion noch im Finanzbereich oder im Controlling, geschweige denn in Medizin, Bau und Verkehr und dem Sektor der Wissensvermittlung. Wohin uns diese Reise führen soll, müssen wir uns endlich überlegen und darauf zugeschnittene rechtliche Regelungen und Gesetze formulieren.

Fakten

Elon Musk wurde am 28. Juni 1974 in Südafrika geboren. Mit acht Jahren las er die gesamte Encyclopedia Britannica, mit 14 Jahren „Per Anhalter durch die Galaxis“, um Antworten auf existentielle Krisen zu finden. 1995 gab ihm sein Vater 28.000 Dollar für sein erstes Unternehmen (Zip2), das er vier Jahre später für 22 Millionen Dollar verkaufte. Er investierte viel Geld in paypal. 2002 verkaufte er paypal für 250 Millionen Dollar. Ob Tesla, Hyperloop, SpaceX, Solar City oder seine aktuelle Boring Company – der Entrepreneur verfolgt seine Ideen unermüdlich. Elon Musk möchte auf dem Mars sterben und dort vorher eine Million Menschen ansiedeln.

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Journalist

Katja Deutsch

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