Weekly News

Von Links: Sensosurf Dr. Cord Winkelmann, Jette Winkelmann, Dr. Gerrit Dumstorff MANAGEMENT

Intelligente Maschinenbauteile für Predictive Maintenance

Ausgründungen aus Universitäten sind inzwischen nicht mehr ganz ungewöhnlich, doch wenn sie aufgrund ihrer Ideen gleich wichtige Preise gewinnen, dann scheint in ihnen etwas ganz Besonderes hergestellt zu werden.  

Sensoren erhalten in Zeiten von Industrie 4.0 immer größere Bedeutung. „Wir von Sensosurf digitalisieren Maschinenbauteile mithilfe von Sensorintegration und lassen sie so mit Hilfe unserer Technologie fühlen, denken und sprechen“, berichtet Jette Winkelmann. Diese Idee überzeugte die Jurys verschiedener Gründerwett-
bewerbe. Sowohl bei „WECONOMY“ als auch bei CAMPUSideen wurde das Unternehmen ausgezeichnet. 

Die Spezialität der jungen Firma ist die Integration von Sensoren, die Teil von Maschinen-Bauteilen werden, wie beispielsweise bei Gewindestangen oder Wälzlagern, die sich mit den Sensoren zu einer Einheit verbinden. Je nach Anwendung werden bis zu 5 µm-dünne Dehnungsmessstreifen auf Bauteile aufgetragen. Die Daten werden erfasst und von einem lernenden System ausgewertet sowie interpretiert und sind – aufgrund smarter Technologie – selbstlernend. „Potenzielle Probleme können so frühzeitig erkannt, aktiv gesteuert und behoben werden“, fügt Jette Winkelmann an. 

Mit ihrem Mann, Dr. Cord Winkelmann, hat die Diplom-Kauffrau eine Ausgründung aus einem Forschungsprojekt am Institut für Mikrosensoren, -aktoren und -systeme vorgenommen und das Unternehmen Sensosurf gegründet. 

Schnell konnte die junge Firma, die zurzeit sechs feste Mitarbeiter und sieben Studenten beschäftigt, die ersten Kunden gewinnen. In enger Zusammenarbeit mit ihnen werden die intelligenten Bauteile sowohl erprobt als auch weiterentwickelt. Ihr erster Auftrag war die Entwicklung von Sensortechnik für Profilschienenführungen.

Bei ihrer Ausgründung waren die Gründer nicht auf sich gestellt, durch ein Förderprogramm stand ihnen Gerd Berding aus einem lokalen Senior Expert Programm zur Seite, der seinen Erfahrungsschatz mit einbringen konnte. Nach dem Durchlaufen eines lokalen Förderprogrammes mit dem Namen BRUT konnte das Unternehmen dann an das vom Bundeswirtschaftsministerium aufgelegte Programm „EXIST Forschungstransfer“ andocken. 

Inzwischen schaut sich das Team nach Investoren um, denn der Aufbau einer eigenen Fertigung ist geplant.

Potenziale gibt es für das junge Unternehmen genug, denn im Bereich der „Predictive Maintenance“ (zu Deutsch: Vorhersagende Instandhaltung) kann die Sensosurf-Technologie gut eingesetzt werden. Hier kommt es darauf an, durch bessere Informationen aus dem Maschineninneren teure Stillstände zu vermeiden. Zudem lassen sich so Bauteillebenszeiten besser ausnutzen, aber auch Komponenten, bei denen Verschleiß droht, rechtzeitig austauschen. Marktchancen bestehen auch in der Nachrüstung schon vorhandener Anlagen.

Teile diesen Artikel

Journalist

Frank Tetzel

Weitere Artikel