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Dirk Gerdom, Präsident des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR) BUSINESS MOBILITY

Geschäftliche Mobilität 4.0 – Die Zukunft beginnt heute

„Im Mobilitätsmanagement ist die digitale Transformation besonders spürbar.“

Die Zukunft der geschäftlichen Mobilität ist untrennbar mit den gesellschaftlichen Megatrends Globalisierung und Digitalisierung verknüpft. Unternehmenskulturen befinden sich im Wandel, die Generationen Y, Z und Alpha werden künftig völlig andere Ansprüche an ihr Arbeitsumfeld stellen, als wir es bislang kannten. Unter dem Stichwort „New Work“ entwickeln sich neue Konzepte individueller Arbeitsplatzgestaltung und flexible Arbeitszeitmodelle, zudem rücken Themen wie Work-Life-Balance und XYZ noch stärker als bisher in den Fokus. Die hohe Dynamik und wachsende Individualisierung in Wirtschaft und Privatsektor lässt auch die Innovationszyklen der Reiseindustrie immer kürzer werden – mit gravierenden Auswirkungen auf die Zukunft der geschäftlichen Mobilität, auf den einzelnen Reisenden und den, der ihn auf Reisen schickt.

Im Mobilitätsmanagement ist die digitale Transformation besonders spürbar: Die globale Expansion deutscher Unternehmen erzeugt immer mehr Geschäftsreiseaktivitäten, deren Prozesse sich digital abbilden, beschleunigen und steuern lassen. Das Geschäftsreisevolumen vergrößert sich ständig – 2015 haben die deutschen Firmen 50,9 Milliarden Euro für ihre Reisenden ausgegeben – so viel wie nie zuvor.

Unternehmen werden das Thema geschäftliche Mobilität noch stärker interdisziplinär denken und neue Mechanismen entwickeln müssen, die deutlich stärker als bisher den Mensch in den Fokus rücken. Ein Baustein ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Unternehmensbereiche mit dem Ziel, den idealen Geschäftsreiseprozess des Mitarbeiters zu entwickeln und dabei auch seinen individuellen Bedürfnissen als Mitarbeiter und Mensch gerecht zu werden. Travel Manager werden hier zum digitalen Prozessmanager, da sie in Unternehmen eine sensible Schnittstelle im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Datenschutz, Compliance und Ertragssteuerung besetzen.

Andere Herausforderungen bleiben unverändert groß: Energie- und Rohstoffpreise bleiben volatil, zudem verändern hohe ökologische Standards und staatliche Auflagen geschäftliche Mobilität nicht nur technisch, sondern auch hinsichtlich der Kostenrechnung. Zudem werden Travel Manager vermehrt auch Krisenmanager sein: In einer Welt im Umbruch, mit wachsender Gefahr terroristischer Angriffe und politischer Instabilität wird die globale Sicherheit eines der Kernthemen des betrieblichen Mobilitätsmanagements sein.

Der Travel Manager muss also künftig mehr denn je den gesamten Reiseprozess betrachten. Seine Aufgabe wird sein, den Unternehmensbedarf und die dahinter liegenden Prozesse mit dem individuellen Bedarf der Reisenden abzugleichen, die entsprechenden Tools zur Verfügung zu stellen und zu gewährleisten, sodass der Prozess durchgängig und transparent ist. Und das bereits jetzt, denn die Zukunft hat begonnen.

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Journalist

Dirk Gerdom

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