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Gemeinsames Erleben ist besser als Geld

Ist die Stimmung im Unternehmen mies oder der Chef möchte seine Mitarbeiter mal wieder belohnen – dann sind gute Ideen gefragt. Dafür gibt es Experten wie Jochen Schweizer.

Die entscheidende Frage ist: Wie sieht die Zielsetzung des Kunden aus?

Firmenchefs kennen das: Man will seinen Angestellten etwas Gutes tun, sie motivieren, belohnen oder den Zusammenhalt fördern – doch die richtige Idee fehlt noch. Geschenke verteilen, ein Gutschein oder eine finanzielle Zusatzleistung? Falsch, findet Jochen Schweizer, Active Chairman der gleichnamigen Unternehmensgruppe für Erlebnisse und Erlebnisgeschenke. Deutschlands Event-Guru rät dazu, den Angestellten ein gemeinsames Erlebnis zu verschaffen, an das sie sich später noch erinnern – und zwar auch zusammen im Team oder in der Abteilung.

„Gemeinsam Erlebtes in einem Team wirkt viel besser als ein wenig mehr Geld“, sagt Schweizer. Der 59Jährige spricht nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern hat auch die Wissenschaft auf seiner Seite. So fand der US-amerikanische Ökonom Richard Easterlin heraus, dass ein gutes Einkommen nicht zwingend glücklich machen muss und sein Landsmann, der Psychologe Thomas Gilovich bestätigte in Studien eine These, die Schweizers Grundmaxime ist: „Erlebnisse sind der Kit jeder sozialen Beziehung“. Und das gelte nicht nur für das Privatleben, sondern auch für das Verhältnis von Mitarbeitern eines Unternehmens untereinander.

Schweizer arbeitet schon seit 25 Jahren nach dieser Maxime. 1991 fing er an, Events anzubieten. Alles begann mit einem Bungee-Sprung von einer Staumauer. Er hatte keinen großen, vorgefertigten Plan. „Als ich meine Firma gründete, war nicht klar, was daraus einmal werden würde. Es gab nicht die eine große Idee. Ich machte den ersten Schritt und viele andere folgten.“ Inzwischen laufen unter der Marke Jochen Schweizer über 20 Firmen. Hunderttausende Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben an Events teilgenommen, die Schweizer angeboten hat und genießen auch heute noch zahlreiche Erlebnisse jedes Jahr. Dazu zählen Helikopter-Flüge, Städte-Trips oder Abenteuer im Flugsimulator. Schweizer selbst ist inzwischen längst ein gefragter Mann – gerade erst hat er wieder in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ mitgewirkt, in der Startups ihre Ideen präsentieren können.

Von neuen Ideen bekommt Schweizer nie genug. Gerade setzt er wieder eine mit großem Aufwand um. Oft ist es nicht ganz unkompliziert, die Mitarbeiter in ein Tagungshotel zu bringen, dort ein Seminar abzuhalten und anschließend zum Teambuilding alle zu einer Kletterpartie auf den nächstgelegenen Berg zu verfrachten. Und so hatte Schweizer eine neue Idee – und setzt sie in die Tat um. Im Süden Münchens entsteht ein Zentrum, in dem alles unter einem Dach vereint ist: Tagungsräume, hochmoderne Erlebnisangebote, Gastronomie. Die „Jochen-Schweizer-Arena“, die Anfang kommenden Jahres eröffnet, erinnert von außen an einen Propeller. Innen ist alles bis ins Detail durchdacht.

Die Tagungsräume können je nach Bedarf erweitert oder verkleinert werden, so dass die Arena von kleineren mittelständischen Unternehmen genauso genutzt werden kann wie vom Großkonzern. Wenn die Arbeit getan ist und die Köpfe rauchen, geht’s zum spaßigen Teil über. Einmal im Windkanal fliegen wie ein echter Fallschirmspringer, auf einer stehenden Welle surfen wie ein Profi oder im Klettergarten klettern wie in der Natur – das ist alles möglich, ohne das Gebäude zu verlassen. Und das Ganze an 365 Tagen im Jahr.

Die Arena ist ab Anfang März nutzbar. Schweizer rät, möglichst zeitig zu buchen, denn das Interesse sei rege und die Wartezeiten dementsprechend lang. Ein Firmenchef, der in der Arena die Adventsfeier plant, sollte sie sehr bald anmelden – wenn er seine Mitarbeiter in der Adventszeit 2017 einladen möchte.

Natürlich bleiben auch die anderen zahlreichen Angebote der Schweizer Corporate Solution GmbH bestehen. Die Auswahl ist mit über 2200 verschiedenen Angeboten riesig. Die Angebote können individuell auf die Bedürfnisse der Firmenkunden zugeschnitten werden. „Da ist für jeden etwas dabei“, ist sich Jochen Schweizer sicher. Die Frage ist eher, was das Richtige für ein Unternehmen ist. Natürlich kann man sich beraten lassen. „Die entscheidende Frage ist: Wie sieht die Zielsetzung des Kunden aus? Wo liegen seine Bedürfnisse, wo ist sein Problem und wie können wir innovative Lösungen anbieten“, so Schweizer.

Und was macht einer wie Jochen Schweizer, wenn er selbst mal Motivation oder Abwechslung braucht? „Wenn ich eine anstrengende Phase hatte, verordne ich mir ein Wellness-Wochenende oder ein Zen-Seminar.“ Und wenn es eine Phase war, in der er viel am Schreibtisch sitzen musste, dann gibt es eben mehr Action.

Es muss also nicht unbedingt die Jochen-Schweizer-Arena sein, wichtig ist, das richtige Angebot und die passende Idee zu finden, damit die Mitarbeiter sich noch lange positiv an das gemeinsam Erlebte erinnern.

Fakten

Fakten

Jochen Schweizer begann seine Laufbahn als Extremsportler und wirkte in Kinofilmen sowie in der Werbung als Stuntman mit. Er hält verschiedene Weltrekorde und ist im Guinness-Buch der Rekorde notiert. Seit 1991 bietet er Events an und hat sein Unternehmen seitdem erfolgreich immer weiter ausgebaut.

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Journalist

Armin Fuhrer

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