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Nicolas Erdrich, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens Erdrich Umformtechnik MANAGEMENT

Wo auch Frauen für Technik begeistert werden

Interview mit Nicolas Erdrich, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens Erdrich Umformtechnik über die Standort-Vorteile seiner Heimatregion.

Herr Erdrich, ihr 50 Jahre altes Familienunternehmen hat inzwischen Niederlassungen in China, den USA und Tschechien. Welche Vorteile bietet denn Ihre Heimat-Region, damit die Erdrich Umformtechnik groß und kräftig werden konnte?

Nicolas Erdrich: Einer der wichtigsten Gründe sind die qualifizierten Mitarbeiter hier bei uns. Dazu lässt sich in unserer Region sehr gut leben, sowohl wirtschaftlich wie auch kulinarisch. Das hält viele Leute hier. Wir sind ja auch technologisch mit führend als Automobilzulieferer.

Wenn hochqualifizierte handwerkliche und technische Mitarbeiter typisch für die Region sind, können bei ihnen denn kleine Jungen noch mit Hammer und Schraubenschlüssel so gut umgehen wie mit Computerspielen?

Erdrich: Es ist noch immer eine landwirtschaftlich geprägte Region. Da lernt man früh mit anzupacken, sicher auch einen Schraubenschlüssel zu gebrauchen. Der Bezug zur Technik ist bei unseren Jungen noch groß. Wir schaffen es aber auch immer besser, Mädchen für die Technik zu begeistern.

Wie gelingt ihnen das?

Erdrich: Wir, also Firmen unserer Region, stiften beispielsweise Werkzeugkisten für Grundschulen. Bei denen gibt es dafür extra Projektklassen. Wir haben, wie andere Firmen in ihrer Nachbarschaft, auch Kooperationen mit Schulen, um Heranwachsenden die Technik näher zu bringen.

Ihre Region ist dabei wirtschaftlich so erfolgreich, dass sie auch in Hoch- und Fachschulen in ganz Deutschland und im Ausland Fachkräfte anwerben müssen. „Wo Milch und Honig fließen“ heißt dafür der verlockende Slogan. . .

Erdrich: . . . mit dem wir recht erfolgreich unterwegs sind. Wir haben aber auch den Bewerbungsprozess umgedreht. Junge Fachkräfte stellen ihr Profil in unsere Datenbank. Wenn es dann passt, gehen unsere Unternehmen auf sie zu und werben um die jungen Frauen und jungen Männer.

Der Slogan lockt aber auch mit der Landschaft. Ist die für junge Menschen bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes immer wichtiger?

Erdrich: Das Wichtigste bleibt natürlich, dass die Aufgabe und das Klima im Unternehmen Freude machen.

Aber der Freizeitwert muss auch stimmen. Und da können wir mit unserer von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägten Region zwischen Schwarzwald und Rheingau sehr gut punkten.

In Hamburg zählt das Dichterwort: „Mit der Heimat im Herzen die Welt erobern“. Zählt das auch für Sie?

Erdrich: Man muss da schon aufpassen, man darf nicht mit deutscher Tugenden in China, in den USA oder in Tschechien ans Arbeiten gehen. Das sind andere Kulturen, das sind andere Herangehensweisen. Da muss man sich anpassen. Aber wir versuchen schon unser Familienunternehmen überall ein bisschen zu leben.

Alle unsere Werke haben den gleichen Standard, alle Mitarbeiter das gleiche Niveau. Und mit der Heimat im Herzen ist das schon so: Wir sind ein deutsches Unternehmen mit deutscher Technik. Und wir sind heimatverbunden.

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Journalist

Norbert Scheid

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