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Factoring – eine flexible, liquiditätssteigernde Finanzierungsalternative. FINANZEN

Factoringumsätze im Aufwärtstrend

Auf der Suche nach einer flexiblen, liquiditätssteigernden Finanzierungsalternative entscheiden sich immer mehr Unternehmen für das Factoring.

Die moderne Form der Unternehmensfinanzierung wird auch als Forderungsverkauf bezeichnet. Dank dieser Finanzdienstleistung müssen Unternehmen nicht mehr darauf warten, dass ihre Geschäftskunden die Rechnungen begleichen. Denn der beauftragte Dienstleister kauft diese Rechnungen und zahlt sie direkt an seinen Auftraggeber, oftmals innerhalb von 24 Stunden. So verfügen Unternehmen durch Factoring kontinuierlich und schnell über finanzielle Mittel, denn die Liquiditätslücke zwischen Rechnungsstellung und Bezahlung wird geschlossen. Im Anschluss kümmern sich die Dienstleister beim Full-Service-Factoring und Export-Factoring darum, dass die Unternehmenskunden die Rechnungen bei ihnen begleichen. Im Gegensatz dazu verbleibt das Debitorenmanagement beim Inhouse-Factoring beim Auftraggeber.

Wie gefragt Factoring ist, zeigt sich unter anderem auch an den Umsätzen der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring-Verbandes. Sie sind im ersten Halbjahr 2015 in einem von Heterogenität geprägten Markt um 11,64 Prozent auf 100,5 Milliarden Euro gewachsen. Weiter vermeldet der Verband, dass gerade Mittelständler immer mehr Kunden Factoring als Teil Ihres Finanzierungsmixes nutzen. In 2014 stieg die Kundenanzahl auf 18.900 und somit um knapp sieben Prozent. Die Top 5 der wichtigsten Schwerpunktbranchen im Factoring blieben im letzten Jahr weitgehend unverändert: Es dominieren weiterhin Handel/Handelsvermittlung, Herstellung von Metallerzeugnissen/Maschinenbau, Dienstleistungen, Fahrzeugbau und das Ernährungsgewerbe. Die Herstellung von chemischen Erzeugnissen hat sich um vier Positionen auf Platz acht verbessert – ein Beleg für die expandierende Exportindustrie „Made in Germany“. Das internationale Geschäft bot den 25 führenden Factoringunternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2014 weitere Potenziale, die erfolgreich genutzt wurden: Das Exportgeschäft stieg im ersten Halbjahr 2015 um 22,94 Prozent auf 26,85 Milliarden Euro an und beweist, dass Deutschland auch in Zeiten einer nach wie vor schwelenden Eurokrise von seiner Exportstärke profitiert. Das Importgeschäft legte ebenfalls deutlich um 23,36 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro zu. Diese Marktdaten sind repräsentativ für den gesamten deutschen Factoring-Markt, bedienen doch nach jüngsten Untersuchungen die Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes über 98 Prozent des verbandlich organisierten Factoring-Volumens.

Trotz des Booms haben einige mittelständische Unternehmen, die Factoring bislang nicht eingesetzt haben, teilweise immer noch Vorbehalte gegenüber der Finanzierungslösung: Factoring sei im Vergleich zu klassischen Finanzierungen wie dem Bankkredit zu teuer, heißt es oft. Dem ist entgegenzuhalten, dass es sich beim Factoring im Gegensatz zum Kredit um eine umfassende Dienstleistung handelt. Vergleicht man also die Kosten, sollten die Leistungen und Vorteile des Factorings mit in die Kalkulation einbezogen werden. Und diese sind vielfältig. Die offensichtlichste Stärke ist der schnelle und zuverlässige Zugewinn von Liquidität. Durch die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Anbieter wird in offenen Forderungen gebundenes Kapital freigesetzt und steht direkt zur Verfügung. Die Erfahrung zeigt, dass der Großteil der Factoring-Nutzer diesen Liquiditätszuschuss zur Wachstumsfinanzierung einsetzt. Die Kosten für die Finanzdienstleistung spielen im Verhältnis zu dem durch Factoring ermöglichten zusätzlichen Gewinn eine entsprechend untergeordnete Rolle. Darüber hinaus ist die Finanzierung mit Factoring umsatzkongruent und endet nicht an einer Kreditlinie – langwierige Verhandlungen entfallen. Zudem kann Factoring die Eigenkapitalquote verbessern, was wiederum einen positiven Einfluss auf das Rating der Banken hat.

Weitere Vorteile, die sich auszahlen: die Unternehmen machen sich beim Factoring vom Zahlungsverhalten ihrer Kunden unabhängig und sparen administrative wie juristische Aufwendungen im Falle eines Zahlungsausfalls, da die Forderungen beim Factoring abgesichert sind. Kostenentlastungen erzielen die Unternehmen auch durch das Outsourcing des Debitorenmanagements, welches bei der Full Service-Variante vom Factoring-Anbieter übernommen wird. Günstigere Konditionen bei Kreditoren beziehungsweise Skontovergünstigungen sind ebenfalls möglich, da die Factoring-Kunden die Liquidität auch zur schnelleren Begleichung ihrer Rechnungen nutzen können.

Ganz grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Erweiterung der Unternehmensfinanzierung durch Alternativen wie dem Factoring zu einer generellen Risikominimierung und höheren Flexibilität führt, da sie nicht mehr nur von einem Finanzierungsinstrument abhängig ist – insbesondere vor dem Hintergrund immer kürzerer Konjunkturzyklen ein entscheidender Pluspunkt.

Fazit: Factoring ist eine Finanzierungsmöglichkeit, die insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen zu mehr Flexibilität, Wachstum, Unabhängigkeit, weniger Risiko und sogar Kosteneinsparungen verhelfen kann.

Fakten

Fakten


Vorteile von Factoring
• Liquidität: schnelle Zahlung der Forderungssummen, Optimierung des Cash-Flow
• Flexibilität: vereinfachte Verwaltung von Projekten und finanziellen Verpflichtungen, Anpassung von Verträgen
• Schutz: vor Forderungsausfall
• Freiheit: Übernahme administrativer Aufgaben
• Kontrolle: Einblick rund um die Uhr, ständiger Zugriff aufs Konto

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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