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Expertenpanel: Sicherheit im Netz

Dr. Thomas Kremer, Vorstandvorsitzender Deutschland sicher im Netz e.V.

Das Cloud-Computing wächst rasant. Dass die eigenen Daten im eigenen Keller am besten geschützt sind, glaubt hoffentlich niemand mehr. Insbesondere im Mittelstand stellen wir hier große Unsicherheiten fest. Nur jedes viertes KMU wendet die Cloud wirklich an.

Doch auch hier können die wichtigen Daten verschwinden. Wenn Unternehmen oder Privatanwender den Verdacht haben, dass jemand unrechtmäßig Zugriff auf ihre Daten erlangt hat, sollten sie dies unverzüglich dem Anbieter melden. Dieser kann durch eine Analyse der Log- Dateien eventuell nachvollziehen, wie der Zugriff erfolgte und weitere Schritte einleiten. Unternehmen sollten dies natürlich bei den Behörden – also bei der Polizei – zur Anzeige bringen. Absolute Sicherheit gibt es nicht, doch die Cloud ist schon eine gute Lösung. Inzwischen gibt es, insbesondere im Cloud-Bereich, schon viele gute und wartungsarme Sicherheitslösungen. Verglichen mit den eigenen IT-Lösungen im Keller ist die Cloud schon deutlich sicherer, einfacher und wartungsärmer.


Martin Löhe, Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Im letzten Jahr nutzten die Deutschen das Internet mit dem Smartphone erstmalig häufiger als Zuhause vom PC aus. Doch die Sicherheit bei den Smartphones ist nicht so richtig gegeben. Nach einer Umfrage die wir durchgeführt haben, beschäftigen sich Smartphone-Nutzer unterdurchschnittlich viel mit dem Thema Sicherheit im Internet. Warum das so ist, geht aus der Umfrage nicht hervor.

Ganz anders sieht es da bei den PC und Laptops aus. Doch viele vergessen die regelmäßigen Updates durchzuführen. Fast jeden Tag entwickeln Hacker neue Viren und Schadsoftware. Updates sind mitunter wichtiger als Virenscanner. Viele Firmen nutzen das Cloud-Computing, die Mitarbeiter arbeiten mit Tablets oder Smartphones – eine Gefahr? Das Thema Cloud ist keine Bedrohung für die Sicherheit. Es gibt zwar Risiken, aber die Chancen überwiegen bei Weitem. Wenn der externe Anbieter sogar mehr digitale Kompetenz hat als die eigene IT-Abteilung, dann gewinnen sie sogar an Sicherheit dazu.


Michael Veit, IT-Security Spezialist Sophos GmbH

Bei uns gibt es Programme für die Sicherheit des privaten PC. Private PCs und Macs sind zunehmend hochentwickelten Bedrohungen ausgesetzt, die bisher vor allem Unternehmensrechner bedrohten. Die traditionellen Schutzmechanismen wie z.B. signaturbasierter Anti-Virus-Schutz schützen Anwender gegen den Großteil der Bedrohungen, sind aber gegen die zahlenmäßig zwar geringen, vom Bedrohungspotential aber hochgefährlichen modernen Bedrohungen oft nicht effektiv. Sehr gefährlich ist Malware, die eine lange Zeit unbemerkt im Hintergrund läuft. Dabei werden z.B. Online-Banking-Zugangsdaten ausgespäht. Hierdurch kann ein ungleich höherer Schaden für betroffene Privatpersonen und Unternehmen entstehen. Machen Sie unbedingt jedes Update was die Software vorschlägt, nur so ist Ihr PC gegen die neuesten Bedrohungen geschützt.


Oliver Lehmeyer, Geschäftsführer Cyber Risk Agency GmbH

Die Cyber-Angriffe auf den deutschen Mittelstand haben sich massiv verändert. Inzwischen zielen 30 % der Angriffe auf Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter. Die Kosten und die Reputationsschäden können erheblich sein und kleine Unternehmen sogar in den Ruin treiben. Meine Firma hat sich auf kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert. Das technische Wettrennen gegen die Hacker kann nicht gewonnen werden, wenn davon ausgegangen wird, dass man gehackt wird. Das eigene Unternehmen muss auf den Ernstfall vorbereitet werden.

Während große Unternehmen mittlerweile 10 % ihres IT-Etats in die Sicherheit ihrer Systeme investieren, können sich kleine Unternehmen das nicht leisten. Wir raten zu einer Cyber-Versicherung zur Minimierung des Risikos. Doch nur 5 % der Unternehmen haben solch eine Police. Das könnte sich im Falle eines Angriffes durch Hacker am Ende als Fehler herausstellen.

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Journalist

Jörg Wernien

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