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Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW). DIGITALISIERUNG

„Es gibt noch viel zu tun!“

Deutschland darf beim Thema Digitalisierung nicht zurückfallen, warnt Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW).

„Politiker fordern Fortschritte von Unternehmen und ebenso andersherum.“

Mit der Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft stehen Unternehmen vor einem fundamentalen Wandel. Insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sehen sich großen Herausforderungen, aber auch Chancen gegenüber. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat im Rahmen der Digitalen Agenda daher den Förderschwerpunkt „Mittelstand-Digital“ ins Leben gerufen. Die Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ unterstützt Mittelstand und Handwerk bei Digitalisierung, Vernetzung und Einführung von Industrie 4.0-Anwendungen, zum Beispiel im Rahmen von Kompetenzzentren. Diese regionalen Anlaufstellen gibt es mittlerweile in ganz Deutschland – seit dem vergangenen Jahr auch in der Hauptstadtregion.

In Berlin und Brandenburg führt der BVMW das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Berlin unter dem Motto „Gemeinsam digital“. In Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner Institut, der Technischen Hochschule Brandenburg, der Universität Potsdam, dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und digitale Gesellschaft und der Lernfabrik Neue Technologien liefert es anwendungsorientierte Angebote für KMU. Es gibt Antworten auf Fragen der Digitalisierung aus der unternehmerischen Praxis, dabei arbeitet es branchenübergreifend, praxisnah und nutzerorientiert.

Auf Veranstaltungen und Workshops erfahren Unternehmen zum Beispiel, wie sie eigene digitale Geschäftsmodelle entwickeln, IT-Sicherheit schaffen oder durch gezieltes Online-Marketing besser auffindbar werden. Unternehmen, die Unterstützung für konkrete Digitalisierungsmaßnahmen suchen, können in den nächsten zwei Jahren in Umsetzungsprojekten gemeinsam mit den Experten Lösungen für ihr Unternehmen finden. Dieses Angebot wird derzeit bereits von vielen Unternehmen begeistert genutzt, denn die Notwendigkeit, Prozesse zu digitalisieren, sehen die meisten Mittelständler. Für das „Wie“ hält das Kompetenzzentrum weitere Informationen bereit, ob in kompakten Infomaterialien, im Newsletter, in animierten Kurzfilmportraits oder in spannenden Blogartikeln.

„Spätestens seit der Digitalen Agenda der Bundesregierung aus dem Jahr 2014 ist die Digitalisierung in aller Munde. Politiker fordern Fortschritte von Unternehmen und ebenso andersherum. Die Förderinitiative Mittelstand-Digital trägt mit den Kompetenzzentren entscheidend dazu bei, den digitalen Wandel aktiv anzupacken. Das ist richtig und wichtig“, kommentiert BVMW-Präsident Mario Ohoven. Die Digitale Agenda könne allerdings nur ein erster Schritt gewesen sein, so Ohoven. „Vor allem beim Breitbandausbau haben wir in Deutschland noch einiges an Aufgaben zu leisten. In der kommenden Legislaturperiode wünschen wir uns eine gebündelte Kompetenz zum Thema Digitalisierung in der Bundesregierung. Und wir plädieren für einen Staatsminister für Digitalisierung im Kanzleramt, der zentraler Koordinator und Ansprechpartner bei dem Thema ist.“

Zudem erwartet der BVMW, dass der Bundestagsausschuss eine stärkere Gewichtung bekommt und nicht nur in beratender Funktion tätig ist. „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass Deutschland beim Thema Digitalisierung das Tempo vorgibt und dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit sichert“, betont Ohoven, „und wir tragen gern unseren Teil dazu bei.“ Text: Chan Sidki-Lundius

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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