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Engagierte Mitarbeiterqualifizierung

Die Wiegel-Gruppe benötigt qualifizierte Angestellte. Gemeinsam mit einem Bildungsträger sorgt sie für Nachwuchs und eine gute Weiterbildung im Unternehmen.

„Der Erfolg unserer Werke hängt maßgeblich von der Qualität unserer Führungskräfte ab.“

Als die Wiegel-Gruppe Mitte des vergangenen Jahrhunderts als Handwerksbetrieb ihren Anfang nahm, hätte wohl kaum jemand daran gedacht, dass sich das Nürnberger Unternehmen zu einem führenden Anbieter von Korrosionsschutzleistungen, Telekommunikations- und Gittermastbau entwickelt. Und das nicht nur in Deutschland, sondern in Mitteleuropa mit 35 Standorten, die sich neben Deutschland auch auf Tschechien, die Slowakei und Österreich verteilen. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des noch immer familiengeführten Unternehmens liegt beim Feuerverzinken von Stahlteilen. 


Daniela Hardt, Personalentwicklerin bei Wiegel

Der Prozess des Feuerverzinkens ist eigentlich einfach zu beschreiben: aus braunen, verrosteten Stahlteilen wird durch das Feuerverzinken hellglänzende, für sehr lange Zeit korrosionsgeschützte Ware. Klingt einfach, ist es aber gar nicht. „Es bedarf eines umfangreichen Spezialwissens und vor allem gut qualifizierter und sorgfältig arbeitender Mitarbeiter, um dem hohen Qualitätsanspruch unserer Kunden gerecht zu werden“, betont Daniela Hardt, die Personalentwicklerin bei Wiegel. Schließlich lautet das Qualitätsversprechen „Ihr Stahl in guten Händen“. Allerdings gibt es ein Problem, das es schwierig macht, gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden: „Es gibt keinen speziellen Ausbildungsberuf für das Feuerverzinken, weil die Branche einfach zu klein ist“, erklärt Hardt. Deshalb tat man sich 2014 mit einem Weiterbildungsanbieter der Industrie- und Handelskammer aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz zusammen, der nicht nur über pädagogisch geschultes Personal, sondern zusätzlich auch über einen Ausbilder mit Vorkenntnissen aus dem Feuerverzinken verfügt. Gemeinsam wurde eine duale Weiterbildungsmaßnahme aufgebaut. Hardt: „Mit dieser Maßnahme sollten ursprünglich insbesondere neue Mitarbeiter für unsere Betriebe gewonnen werden, wobei bei uns auch Personen ohne Schul- und Bildungsabschluss eine Chance erhalten, in das Berufsleben zu finden.“ Der Lehrgang umfasst – bei einer gesamten Dauer von einem halben Jahr – zwei Monate Theorieunterricht und vier Monate praktische Tätigkeit an einem der Wiegel-Standorte und bildet die Produktionsmitarbeiter so zu richtigen Profis aus. Beendet wird die Ausbildung mit einer Prüfung in Theorie und Praxis sowie einem Zertifikat zur „Fachkraft Feuerverzinken“. Der Erfolg spreche für sich, so die Personalentwicklerin: „Inzwischen ist die Nachfrage nach dieser Weiterbildungsmaßnahme so groß, dass wir sie auch unseren bereits etablierten Mitarbeitern und in modifizierter Form unseren Führungskräften im Produktionsbereich anbieten.“

Die Bevölkerungsentwicklung bringt es mit sich, dass die deutsche Wirtschaft zunehmend unter einem Nachwuchs-
problem leidet. Daher hat die Wiegel-Gruppe im vergangenen Jahr begonnen, auch Flüchtlinge für ihre Werke anzuwerben. Erst einmal absolvieren die Flüchtlinge, die ja zumeist keine oder nur geringe Deutschkenntnisse aufweisen, ein zweimonatiges Praktikum, in dem sie neben einer praktischen Orientierung auch Deutschkurse mit berufsspezifischen Inhalten durchlaufen. Danach können sie im Rahmen einer Festanstellung loslegen mit der Weiterbildung. So fördert das Unternehmen die Integration von Flüchtlingen und profitiert selbst davon.

„Uns ist klar, dass der Erfolg unserer Werke neben der ständigen Verbesserung der technischen Voraussetzungen maßgeblich auch von der Qualität unserer Führungskräfte abhängt“, sagt Daniela Hardt. So wird für Führungskräfte eine Vielzahl zielgerichteter Weiterbildungsmaßnahmen zu Soft Skills der Personalführung und Themen wie Technik, Vertrieb und Betriebswirtschaft angeboten. Systematisch werden gemäß den Schulungsbedarfen der Führungskräfte mit unterschiedlichen Weiterbildungsanbietern Fortbildungen mit einer Dauer von bis zu drei Wochen maßgeschneidert. Auch hier erweist sich der Bildungsträger aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz als geeigneter Partner, vor allem auch deshalb, weil er durch die Ausbildung zur Fachkraft Feuerverzinken bereits tiefe Einblicke in die Feuerverzinkungsbetriebe der Wiegel-Gruppe erlangt hat. 

Die Personalentwicklung wird bei Wiegel als strategischer und ganzheitlicher Prozess betrachtet. „Von der individuellen Bildungsbedarfsermittlung, über die sorgfältige Trainerauswahl, die bedarfsgerechte Maßnahmenkonzeption sowie die Transfersicherung, bis hin zu Bildungsevaluation und -controlling ist die Weiterbildung bei Wiegel systematisch und zukunftsorientiert gestaltet. Unser inzwischen umfassendes Schulungsangebot wird mit Begeisterung genutzt“ freut sich die Personalentwicklerin. Alle ihre Personalentwicklungsmaßnahmen versteht die Firmengruppe als eine Investition in die Zukunft. Daniela Hardt betont: „Das passt zur generellen Philosophie der Eigentümerfamilie, die auch bei ihren anderen strategischen Entscheidungen nicht kurzfristige Erfolge, sondern den Erhalt und die Weiterentwicklung des Unternehmens für die nächste Generation im Auge hat“. 

Fakten

Fakten

Die Wiegel-Gruppe wurde 1948 in Franken gegründet, noch heute hat sie ihren Stammsitz in Nürnberg. Das familiengeführte Unternehmen hat 35 Standorte in Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Österreich. Das Unternehmen hat sich zu einem führenden Anbieter von Korrosionsschutzleistungen, Telekommunikations- und Gittermastbau entwickelt.

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Journalist

Armin Fuhrer

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