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Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) BUSINESS MOBILITY

Elektrisch in die Mobilität der Zukunft

„Es wäre wünschenswert, wenn auch Länder und Kommunen ihre Dienstflotte zunehmend auf den E-Antrieb umstellen.“

Der elektrische Antrieb ist ein Meilenstein für die Mobilität der Zukunft. Diese wird sich durch noch umweltfreundlichere Antriebe, intelligente Vernetzung und die Automatisierung von Fahrfunktionen auszeichnen. Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2025 weltweit 15 bis 25 Prozent der Pkw-Neuzulassungen einen E-Antrieb haben werden. 

Die deutsche Automobilindustrie treibt die Entwicklung der Elektromobilität mit großem Engagement voran. Sie investiert allein in den nächsten drei Jahren rund 40 Milliarden Euro in alternative Antriebe. 

In keinem anderen Land haben die Kunden eine so große segment-übergreifende Vielfalt an E-Modellen zur Auswahl wie in Deutschland. Und die Entwicklung geht weiter: Bis zum Jahr 2020 werden die deutschen Hersteller die Anzahl ihrer E-Modelle mehr als verdreifachen – auf rund 100 Modelle. Parallel dazu steigt die Reichweite, die Batteriekosten sinken. Zusammen mit dem Umweltbonus, der je zur Hälfte von der Industrie und dem Staat getragen wird, führt dies nach und nach zu einem Anstieg der monatlichen Elektro-Neuzulassungen.

Die deutschen Hersteller erweitern ihre Anstrengungen für die Elektromobilität über die Fahrzeugentwicklung hinaus:  BMW, Daimler und Volkswagen mit Audi und Porsche planen zusammen mit der Ford Motor Company ein Joint Venture für ein ultraschnelles Hochleistungsladenetz an Autobahnen in Europa.

Auch der Bund fördert den Ausbau der Ladeinfrastruktur: Bis 2020 stehen 300 Millionen Euro für Aufbau von insgesamt 15.000 Schnell- und Normalladestationen bereit. Es wäre wünschenswert, wenn angesichts dieser enormen Anstrengungen von Bund und deutscher Automobilindustrie nicht nur Private und Unternehmer auf den elek-
trischen Antrieb umsteigen, sondern auch Länder und Kommunen mit einer Vorreiterrolle ihre Dienstflotte zunehmend auf den E-Antrieb umstellen. 

Denn gerade im Flotteneinsatz ergibt die Elektromobilität viel Sinn. In einer Flotte mit einem Mix aus Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und Elektrofahrzeugen lassen sich die Vorteile eines jeweiligen Antriebskonzepts ideal nutzen. Als Plug-in-Hybrid senkt er die Nutzungskosten im Stadtverkehr, also auf dem Weg zur Arbeit, weil der Verbrauch deutlich geringer ist als bei einem herkömmlichen Benziner oder Diesel. Und wenn die Batteriereichweite in Zukunft die 500-Kilometer-Marke überschreitet, sind auch längere Dienstreisen mit dem E-Auto eine wirtschaftlich sehr attraktive Option.

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Journalist

Matthias Wissmann

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