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E-Mobile – Wachstumsmarkt der Zukunft?

Lange Zeit galt der Markt für Elektrofahrzeuge in Deutschland als quasi nicht vorhanden. Trotz eines Milliardenprogrammes der Bundesregierung mit einer Förderung von 4.000 € für ein reines Elektrofahrzeug haben bis jetzt (Ende März) erst 15.349 Firmen und Personen einen Antrag gestellt. 8655 Anträge entfielen davon auf reine Elektrofahrzeuge (Quelle: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, BAFA). 

Doch jetzt kommt langsam Schwung in den Markt. VW und Opel bieten mit ihren Fahrzeugen (e-Golf und Ampera) endlich auch eine vernünftige Reichweite an. Die amerikanische Marke Tesla hat die Preise gesenkt und liegt damit unter der Preisgrenze der Förderung (60.000 €). Andere Hersteller ziehen langsam nach und bieten immer mehr reine E-Modelle an. Zwar liegen die Kosten pro Kilometer noch höher als bei Diesel oder Benzinmotoren, doch Experten erwarten, dass sich die Preise für leistungsstarke Akkus bis zum Jahr 2020 halbieren (Studie der P3 Automotiv, 2015). Da könnten, mit der Prämie, E-Autos ab dem Jahr 2018 günstiger gefahren werden als Diesel oder Benziner.

Wie wichtig auch die Politik die urbane E-mobilität sieht, zeigt das folgende Beispiel. Die Stadt Hamburg hat als erste Großstadt gerade eine strategische Partnerschaft mit BMW geschlossen. Bis zum Jahr 2019 werden 400 rein elektrische BMW i3 für den Carsharing Anbieter „DriveNow“ in Hamburg rollen, die Stadt stellt dafür als erste Stadt in Deutschland die Parkplätze in einem großen Umfang zur Verfügung.

„Hamburg rüstet sich mit modernsten Technologien für die Mobilität der Zukunft. Wir wollen den Verkehr sauberer, leiser und effizienter machen und dadurch die Lebensqualität in der Stadt weiter verbessern“, sagte Hamburger erster Bürgermeister Olaf Scholz bei der Präsentation. Gleichzeitig werden in Hamburg bis 2019 1.150 neue Ladestationen aufgebaut. Hamburg wird zum Vorreiter einer urbanen E-Mobilität. „Integriertes E-Carsharing, verknüpft mit dem klassischen ÖPNV, schafft einen urbanen Personenverkehr der Zukunft mit mehr Flexibilität und Belastbarkeit auch in Hauptverkehrszeiten“, so Bürgermeister Scholz weiter.

Auch die Wirtschaft entdeckt immer mehr die Möglichkeiten von E-Autos. Der Logistikkonzern DHL hat für seine Zusteller einen „StreetScooter“ entwickelt. Dieses Jahr sollen bereits 10.000 elektrisch betriebene Kleinlaster die Fabrik in Aachen verlassen. Längst ist DHL nicht der einzige Kunde. Drohende Fahrverbote in Großstädten lassen Handwerker und Lieferdienste überall umdenken. Weitere und größere Modelle sind bei „Street-Scooter“ längst in Planung. Ein Markt der Zukunft.

Der Markt der E-Autos wird in den nächsten Jahren wachsen. E-Autos sind hipp und angesagt. In Kalifornien ist jedes dritte neue zugelassene Auto ein Hybrid oder E-Auto, die Marke Tesla so beliebt und bekannt wie Apple. Ein Boom, den die deutsche Automobilindustrie hoffentlich nicht verschlafen hat.

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Journalist

Jörg Wernien

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