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Digitale Zukunft im Year of the X

Mit seinen Innovationskonferenzen „Year of the X“, die jedes Jahr ein Tier anstelle der Variablen „x“ im Titel tragen, gibt Markus von der Lühe der digitalen Community wichtige Impulse.

Herr von der Lühe, wie kann „Year of the X“ helfen, den Bedarf an Führungskräften und Mitarbeitern mit hoher Reflexionsfähigkeit und Mut zum Wachstum im digitalen Zeitalter zu decken?

Unser Anspruch ist es, das Mindset im digitalen Zeitalter zu verändern. In der digitalen Welt brauchen wir flache Hierarchien, Agilität, maximale Autonomie für Mitarbeiter und ein neues Bildungssystem, das Skills wie Flexibilität und emotionale Intelligenz fördert.

Meist sind Fachkongresse und -veranstaltungen ja ziemlich theorielastig. Wir groß ist der Praxisbezug bei „Year of the X“?

Unsere Workshops sind extrem interaktiv: Wir bieten Themen an wie Growth Hacking und Digital Products Accelerator und vieles mehr, wo wir interaktiv digitale Kompetenzen, aber auch Softskills wie emotionale Intelligenz vermitteln. Außerdem haben wir eine Touch Tech Area, wo man neue Gadgets ausprobieren kann.

Welches sind die größten Fehler, die unerfahrene Unternehmen bei der digitalen Umstellung von Arbeitsprozessen am häufigsten machen?

Sie haben keinen Buy-in von ganz oben und glauben, dass sie den Change-Prozess alleine gewuppt bekommen. Sie stellen Prozesse um, ohne diese kulturell über Change Management und Mindset Change verankert zu haben.

„Year of the Monkey“ oder „Year of the Dog“ sind als Bezeichnungen für so ein Event schon ungewöhnlich. Wie ist es zu der Idee gekommen? 

In der Digitalisierung bewegen wir uns mit Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft. Für uns war es wichtig, dass wir eine Marke kreieren, die Change in der DNA hat, und da hat sich das chinesische Horoskop sehr gut angeboten. Wir müssen uns selbst jedes Jahr verändern und einen neuen Narrativ konstruieren, der die jeweils aktuellen Trends repräsentiert.

Welche Kriterien gelten für die Auswahl der Speaker?

Unkonventionell, in die Zukunft gerichtet, cool und international.

Wie ist denn überhaupt die Atmosphäre bei „Year of the X“, welche Nebenschauplätze gibt es und wie setzt sich das Publikum zusammen?

Beim letzten Festival war es ja das „Year of the Rooster“ und wir entschieden uns für eine US-Farm aus den 50er-Jahren als Design für die Location. Da kamen dann viele im Cowboy-Outfit mit Hüten, es gab eine Country-Rockband und viele bunte Charaktere.

Was steht beim Event „Year of the Dog“ 2018 im Fokus?

Wie immer rankt sich das Festival um Innovation und Digitalisierung. Als Emblem haben wir Schäferhunde gewählt. Die sind loyal und halten das Rudel zusammen. Deshalb haben wir uns für Community entschieden – ein ganz zentraler Bestandteil, wenn wir über Digitalisierung sprechen, denn wir bewegen uns weg von geschlossenen Systemen hin zu mehr offenen Ökosystemen. Kollaboration, Co-Creation und Community werden immer wichtiger.

Die Entwicklung der Digitalisierung läuft in einem atemberaubenden Tempo. Lassen sich konkrete Entwicklungen für die kommenden zwei Jahre überhaupt voraussagen?

Die Automatisierung wird weiter voranschreiten und die Arbeitslandschaft nachhaltig verändern. Das wird auch Ärzte, Anwälte und Manager betreffen. Autos werden im Zuge des autonomen Fahrens ihre Status-Funktion weitgehend verlieren und mehr und mehr zu Utilities.

Die Digitalisierung birgt auch große Gefahren. Welchen Stellenwert hat dieses Thema bei „Year of the X“?

Wir gehen die Gefahren konstruktiv an: so bieten wir z. B. einen „How to become a hacker“-Workshop an, wo ein erfahrener Hacker den Teilnehmern zeigt, wie man z. B. Passwörter hacken kann. Wir gehen gemeinsam ins „Darknet“ und nehmen den Teilnehmern so die diffusen Ängste, indem wir ihnen konkret zeigen, was die Gefahren sind, aber dann auch gleich Lösungen für diese Gefahren vorschlagen.

Fakten

Seit 2015 gibt es in München ein Digital-Festival, bei dem die digitale Transformation und Innovation im Mittelpunkt stehen. Internationale Speaker informieren in Vorträgen, Workshops, aber auch anhand praktischer Beispiele über neue Trends und Denkansätze der Digitalwirtschaft. Das Event öffnet sich Vertretern aus Business und Kultur gleichermaßen.

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Journalist

Helmut Peters

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