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Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) FINANZEN

Business Angels – Dr. Ute Günther

Wenn Gründer mit neuen Produkten oder Dienstleistungen an den Start gehen, erfahren viele von ihnen Unterstützung durch die Business Angels.

Wer wünscht sich nicht einen Schutzengel? Auch Business Angels können viel bewirken. Sie verhelfen Gründern zu einem erfolgreichen Unternehmen, indem sie einerseits Kapital zur Verfügung stellen, andererseits bringen sie ihre Erfahrung und ihr Netzwerk ein, indem sie jungen Entrepreneuren beratend zur Seite stehen. „Dies macht eine Business Angel-Finanzierung so interessant. Denn sie geht über das reine Investment heraus und bietet einen deutlichen Mehrwert“, sagt Dr. Ute Günther, Vorstand Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND). Der Verein engagiert sich entlang der ganzen Wertschöpfungskette für das System der Startup-Finanzierung, organisiert unter anderem den Erfahrungsaustausch und fördert Kooperationen.

Gemäß einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ist die Zahl der Business Angel in Deutschland zwischen 2007 bis 2014 um 50 Prozent angestiegen, sodass man heute von etwa 7.500 Investoren ausgehen kann. „Damit einhergegangen ist eine Ausdifferenzierung des Marktes für Frühphasenfinanzierungen. Neben den klassischen Angel-Netzwerken finden sich vermehrt Accelerators, Company Builders und auch Crowdinvesting-Plattformen“, berichtet Günther. Insgesamt zeichne sich Deutschland durch eine vielfältige und überregionale Startup- und Angel-Landschaft aus. Neben der Gründer-Metropole Berlin würden Städte wie München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Karlsruhe, aber auch etliche Großstädte an Rhein und Ruhr über respektable Start- up-Ökosysteme verfügen.

Grundsätzlich interessant sind für die Privatinvestoren vor allem wachstumsorientierte Startups. Laut dem Business Angels-Panel der VDI Nachrichten haben Unternehmen aus den Bereichen Web-Services, Apps und Software, aus der Medizintechnik und der Umwelttechnologie gute Chancen, einen Business Angel für sich zu gewinnen. „Damit das gelingt, ist eine gute Vorbereitung vonnöten“, empfiehlt Günther. Junge Unternehmer sollten einen gut ausgearbeiteten Businessplan und eine nachvollziehbare Finanzplanung vorweisen können. Und sie sollten sich darüber klar sein, was sie vom Angel erwarten. Wichtig sei auch, sich um die Förderfähigkeit im Rahmen des INVEST-Zuschusses für Wagniskapital zu bemühen, weil dieser die Attraktivität bei der Ansprache potenzieller Investoren verbessere. Schließlich rät sie, den Weg über Business Angels-Netzwerke einzuschlagen: am besten mittels Einsendung des Executive Summary an BAND.

Mit dem bislang Erreichten mag sich Dr. Ute Günther nicht zufriedengeben. Ziel von BAND ist es, noch mehr erfahrene Unternehmer für eine Tätigkeit als Business Angel zu begeistern. „Wenn man sich anschaut, wie viel privates Kapital in Deutschland vorhanden ist und wie wenig bislang in Startups investiert wird, wird klar: Potenzial ist vorhanden, nur muss es besser ausgeschöpft werden“, so ihre Überzeugung. BAND hat sich zum Ziel gesetzt, den schlafenden Riesen des privaten Kapitals zu wecken und deswegen die Zeitspanne von 2011 bis 2020 zur „Dekade der Business Angels“ erklärt. Wichtig seien daher verlässliche Rahmenbedingungen, bilanziert Günther: „Ein Weg dahin ist die von der Politik angekündigte Verbesserung des INVEST-Zuschusses, der Virgin Angels ansprechen soll, einen Teil ihres Vermögens in Startups zu investieren.“

Fakten

Fakten

Der steuerbefreite INVEST-Zuschuss für Wagniskapital beträgt 20 Prozent der Investitionssumme. Mit der Maßnahme möchte das Bundesministerium für Wirtschaft private Investoren – insbesondere Business Angels – unterstützen und sie motivieren, sich mehr für junge innovative Unternehmen zu engagieren.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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