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Norbert Schaaf vom Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. (BHE). Es reicht schon, wenn der Haueigentümer nur mal kurz zum Einkaufen geht, um einem Einbrecher Zeit zu geben. SECURITY

Böse Überraschung im eigenen Heim

Immer mehr Deutsche werden Opfer von Haus- oder Wohnungseinbrüchen. Dabei kann man sich mit relativ einfachen Mitteln davor schützen.

„Die neue digitale Technik des Smart Homes allein bietet keinen Rundumschutz.“

Manch einer mag am Ende seines Sommerurlaubs gerade entspannt und mit schönen Erinnerungen wieder nach Hause gekommen sein – und fand dort eine böse Überraschung vor. Haustür oder Fenster aufgebrochen, Schmuck, Geld, Elektrogeräte oder sonstige Wertgegenstände gestohlen, die Wohnung ein absolutes Chaos. Wahrscheinlich hat der Haus- oder Wohnungsbesitzer es dem Einbrecher einfach gemacht: kein gut gesichertes Türschloss, einfach aufzubrechende Fenster und keine Alarmanlage. Viele Einbrüche passieren aber gar nicht während einer längeren Abwesenheit, es reicht schon, wenn der Haueigentümer nur mal kurz zum Einkaufen gegangen ist.

Das Geschäft der Einbrecher in Deutschland boomt. 2015 gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik 152.123 Haus- oder Wohnungseinbrüche. Ein Allzeit-Rekord. Und doch sieht Norbert Schaaf vom Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. (BHE) auch eine positive Folge dieser dramatischen Zahlen: „Vor ein paar Jahren dachten die allermeisten Deutschen noch, sie seien gut geschützt. Das hat sich in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der dramatisch steigenden Einbruchszahlen verändert.“ Die Folge davon sei, dass immer mehr Deutsche sich Gedanken über einen Schutz gegen Einbrüche machen.

Einen 100-prozentigen Schutz gibt es wohl nicht. Aber einen weitgehenden. Experte Schaaf hat Tipps parat, was man tun kann, um sich mit relativ einfachen Maßnahmen zu schützen. „Man darf es den Tätern schlicht nicht so einfach machen. Das heißt, das Standschloss der Haustür sollte mit Zusatzmaßnahmen versehen oder noch besser gegen eine einbruchhemmende Tür ausgetauscht werden, auf dem Grundstück sollten keine Kletterhilfen (Leitern, Möbel) den Einstieg erleichtern und man sollte Sicherheitsfenster einbauen lassen.“

Lässt sich ein Einbrecher aber mehr als die üblichen drei bis vier Minuten Zeit, sind auch mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen zu überwinden. Deshalb rät Schaaf zusätzlich zur Installation einer Alarmanlage. Diese bietet den Bewohnern bei An- und Abwesenheit ein hohes Maß an Sicherheit. Die Sirene einer Alarmanlage schlägt viele Täter in die Flucht. Und falls sie sich davon nicht abschrecken lassen, können die durch die Alarmanlage verständigten Stellen (zum Beispiel Wachdienst oder Polizei) sie vor Ort auf frischer Tat ertappen.

Genau beobachtet Schaaf auch die Entwicklungen hin zum Smart Home. Er warnt davor, sich ausschließlich auf die neue vernetzte Welt des Internets der Dinge zu verlassen. „Auch im Smart Home sollte auf Dinge wie gut gesicherte Fenster oder Türen nicht verzichtet werden. Die neue digitale Technik des Smart Homes allein bietet keinen Rundumschutz.“

Text Jörg Wernien

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Der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V. ist mit derzeit über 900 angeschlossenen Unternehmen der Verband für Sicherheitstechnik.

www.bhe.de

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Journalist

Jörg Wernien

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