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Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) FINANZEN

Beteiligungsgesellschaften als Wachstumsmotor – Ulrike Hinrichs

In Deutschland werden immer mehr junge, innovative Firmen mit Wagniskapital versorgt.

Beteiligungsgesellschaften sorgen dafür, dass Kapital und Knowhow nach Deutschland fließen. Sie tragen somit maßgeblich zur Sicherung des Wachstums und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei. Dabei hilft Wagniskapital (Venture Capital) in erster Linie Unternehmern, die zunächst nur mit einer Vision an den Start gehen – bis sie auf eigenen, soliden Füßen stehen. Man denke nur an Google, eines von vielen Unternehmen, das dank der Finanzierung durch Venture Capital seine Erfolgsgeschichte schreiben konnte. „Deutschland ist ein hoch attraktiver Investitionsstandort für Beteiligungsgesellschaften. Zusammen mit Frankreich und Großbritannien bilden wir die Top 3 in Europa. Dank unserer gewachsenen einheimischen Private Equity-Szene und der wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands dürfte sich hieran in den nächsten Jahren nichts ändern, zumal die Nachfrage nach Eigenkapitalfinanzierungen von Seiten junger, aber auch mittelständischer Unternehmen ungebrochen ist“, sagt Ulrike Hinrichs, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Wichtige Impulsgeber sind Beteiligungsgesellschaften vor allem in den Branchen IT, Kommunikation, E-Commerce und Life Science. Dort sind Venture Capital-Gesellschaften maßgebliche Finanzierer von Startups. Bei mittelständischen Unternehmen sind es eher traditionelle Bereiche wie Maschinenbau, Automobilzulieferer oder auch Konsumgüter.

Dass Unternehmen, die mit Beteiligungskapital finanziert sind, sich deutlich besser entwickeln als Unternehmen ohne Beteiligungsgesellschaft als Partner, zeigt eine Studie von Otto Küsters & Company und der AFC Consulting Group in Zusammenarbeit mit dem BVK. Bei den Schlüsselindikatoren wie Umsatz, Beschäftigtenzahl sowie Eigenkapitalquote verzeichnen sie positivere Ergebnisse. Für Ulrike Hinrichs nicht überraschend: „Gerade die Finanzierung ist nicht nur bei Gründern, sondern auch bei vielen mittelständischen Unternehmen ein Engpass und Wachstumshemmer. Beteiligungskapital erweitert den Handlungsspielraum der Unternehmen. Zudem unterstützen die Beteiligungsgesellschaften die Unternehmen als Finanzierungspartner und Gesellschafter mit ihrer Expertise.“

Bevor sich Beteiligungsgesellschaften an einem Unternehmen beteiligen, prüfen sie das Unternehmen sehr genau. Wie sehen das Unternehmenskonzept, die Strategie und Zukunftschancen am Markt aus? Zudem werfen sie einen Blick auf die Finanzierung und die Bücher. „Unternehmen, die eine Beteiligungsgesellschaft an Bord holen wollen, müssen ein überzeugendes Konzept mit Wachstumspotenzial bieten. Eine entscheidende Rolle spielt auch das Management sowie dessen Fähigkeiten und Expertise“, weiß Hinrichs. Damit das Venture-Capital-Segment noch mehr Dynamik gewinnt, setzt sie sich für wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen ein. „Die Große Koalition hat in einem Papier zur Verbesserung von Wagniskapital erste Schritte eingeleitet. Aber es müssen noch deutliche steuerliche Verbesserungen gemacht werden, damit wir in Europa auf Augenhöhe agieren und Fondsinvestoren mobilisieren können, in deutsche Venture-Capital-Fonds zu investieren.“

Fakten

Fakten

Mit Beteiligungskapital – ob in Form von Venture Capital, Minderheitsbeteiligungen oder Buy-Outs – investieren Anleger in nicht-börslich gehandelte Unternehmen. Diese können dadurch neue Produkte entwickeln, Märkte erschließen oder akquirieren. Ein Großteil des Beteiligungskapitals kommt aus England, USA und Kanada.

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Journalist

Chan Sidki-Lundius

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