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Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost DIGITALISIERUNG

Der Arztbesuch per Mausklick

Die Digitalisierung hält Einzug im Gesundheitswesen. Der virtuelle Arztbesuch wird in den nächsten Jahren alltäglich. Was E-Health für die Verbraucher bedeutet.

Der nächste Arzt ist nur einen Mausklick entfernt, eine Gesundheits-App sammelt kontinuierlich meine Daten und warnt mich vor einem möglichen Herzinfarkt und im OP werden die Ärzte durch Roboter unterstützt. Das ist keine Vision der Zukunft, sondern der Wunsch der Deutschen für eine digitalisierte Gesundheitsvorsorge. E-Health, so der Name, bewegt Krankenkassen, Ärzte und Verbraucher.

In einer aktuellen Studie des Digitalverbandes „Bitkom“ trifft die Telemedizin auf ein großes Interesse in der Bevölkerung. Nach einer repräsentativen Umfrage (1009 Befragte im Alter ab 14 Jahren) haben fast 60 Prozent der Befragten ein großes Interesse, ihren Gesundheitszustand per App oder Fitness-Tracker überwachen zu lassen. Rund 33 Prozent würde eine Online Sprechstunde beim Hausarzt in Anspruch nehmen oder könnten sich das gut vorstellen.

Herausforderungen, die auch die Krankenkassen in Deutschland erkannt haben. So setzt die AOK Nordost, als Kasse für drei Bundesländer (Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) stark auf digitale Gesundheitsangebote, beispielsweise mit dem ersten komplett digital nutzbaren Prämienprogramm „FitMit AOK“. Ärztemangel auf dem Land und weite Wege für die Patienten fordern neue Lösungen. „Wir haben in diesem Jahr eine Online-Videosprechstunde im AOK Centrum für Gesundheit in Berlin eingerichtet. Hier können Patienten mit psychischen Krankheiten nach einem persönlichen Termin beim Arzt, Folgetermine über eine geschützte, webbasierte Videokonferenz mit dem Therapeuten wahrnehmen. Lange Warte- und Anfahrzeiten entfallen, in Krisensituationen kann schnell geholfen werden“, so Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordost.

Doch nicht nur im digitalen Bereich setzen die Krankenkassen neue Trends. Viele Kassen kooperieren mit Unternehmen, um die Mitarbeiter zum Sport anzuregen und sie fit zu halten. Es gibt gesundheitliche Beratungen von Firmen im Hinblick auf Ergonomie und Arbeitsgesundheit. Als digitales Angebot der AOK Nordost gibt es ein Raucherentwöhnungsprogramm, ein Programm für die Reduzierung des Alkoholkonsums oder ein Rücken-Online Trainingsprogramm. „Eine One size fits all Lösung gibt es nicht. Geeignete Maßnahmen reichen von gesunden Ernährungsangeboten und richtigem Arbeitsschutz über Bewegungs- und Entspannungskurse oder Suchtprävention bis hin zu Personalführungs-Seminaren für Vorgesetzte“, erklärt Frank Michalak.

Grundlegend wichtig ist ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Betriebsklima und eine wertschätzende, transparente Führungskultur. Es gibt einen engen Zusammenhang von erlebter Unternehmenskultur und dem gesundheitlichen Wohlbefinden der Mitarbeiter“, berichtet Frank Michalak.

Denn gesunde Mitarbeiter sind produktive Mitarbeiter. Mehr als 200 von der AOK Nordost derzeit beratene Unternehmen setzen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung um. Betriebliche Gesundheitsförderung ist auch bei der Suche nach neuen Mitarbeitern wichtig. „Ein positives Betriebsklima, eine umfangreiche betriebliche Gesundheitsförderung oder eine flexible Arbeitszeitregelung bekommen im Wettbewerb um Arbeitskräfte eine immer größere Bedeutung“, so Frank Michalak von der AOK Nordost.

Fakten

Fakten

Die AOK Nordost setzt als Krankenkasse auf die Digitalisierung. Sie kooperiert mit Kliniken beim Aufbau eines digitalen Gesundheitsnetzwerks und bietet als erste Kasse in Deutschland ein vollständig digital nutzbares Prämienprogramm.

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Journalist

Jörg Wernien

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